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Volkswagen-Werk

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21.05.2015

Volkswagen Betriebsratschef für schlankere Konzernstruktur

Volkswagen benötige „keinen riesigen Vorstand mit aufgeblähten Stäben“.

Wolfsburg – Volkswagen-Betriebsratschef Bernd Osterloh hat eine schlankere Konzernstruktur des Autoherstellers gefordert. Volkswagen benötige „keinen riesigen Vorstand mit aufgeblähten Stäben“, sagte Osterloh dem „manager magazin“. „Benötigen wir überhaupt wieder einen Konzernproduktionsvorstand, benötigen wir langfristig einen für den Konzern verantwortlichen Vertriebsvorstand?“, nannte Osterloh Beispiele.

VW-Chef Martin Winterkorn hatte intern angekündigt, bis Oktober eine neue Struktur des Unternehmens zu präsentieren. Details hatte er nicht genannt.

Die Arbeitnehmervertreter bei Volkswagen diskutierten bereits seit einem halben Jahr gemeinsam mit dem Vorstand über eine bessere Konzernstruktur, so Osterloh. Neben einigen funktional verantwortlichen Vorständen wie Finanz- und Personalchef sollten dem Gremium weiterhin die wichtigsten Markenchefs und der Vorsitzende der Truck-Holding angehören, erklärte der Betriebsratschef die Position der Arbeitnehmer.

Markengruppen seien auch künftig nur hilfreich, wenn deren Chefs dann auch im „Sinne des Konzerns denken und handeln“. Es würden zu häufig teure Abweichungen vom Baukasten gefordert, „um die Autos vermeintlich ein wenig schöner zu machen“.

Osterloh kritisierte auch die Macht der Konzernzentrale. „Hier in Wolfsburg glauben einige, sie wüssten, welche Autos die Brasilianer fahren wollen, welche Autos den Amerikanern und den Indern gefallen“, so der Betriebsratschef. „Merkwürdig nur, dass diese Autos dann manchmal nicht den Geschmack der Kunden treffen. Bei mehr Verantwortung für die Regionen gäbe es vielleicht das Budget Car schon; und zwar nicht nur für China, sondern auch für Brasilien.“

Das Budget Car ist ein Billig-VW, mit dem Konzernchef Winterkorn neue Käuferschichten erschließen will. Der Vorstand hat über das Projekt trotz einiger Anläufe bislang nicht entschieden.

Der Rücktritt von Ferdinand Piëch werde bisweilen überbewertet, sagte Osterloh. „Hier ist doch nicht jede Entscheidung in Salzburg gefallen“, ergänzte er. Auch „bei Volkswagen benötigt der Vorstandschef eine gewisse Distanz zum Aufsichtsratsvorsitzenden“. Nur so könne er frei handeln. Piëch hatte vor knapp einem Monat sein Aufsichtsratsmandat niedergelegt.

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