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Rom versinkt im Jubel für Papst Franziskus I.

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13.03.2013

"Viva il Papa" Rom versinkt im Jubel für Papst Franziskus I.

Außenseiter gewinnt Papst-Wahl.

Berlin – Rom jubelt und viele Millionen Katholiken stimmen mit ein: Die Weltkirche hat einen neuen Papst. Der 76-Jährige Jesuit Jorge Mario Bergoglio, Argentinier mit italienischen Wurzeln, ist Pontifex Franziskus I. Kardinalprotodiakon Jean-Louis Tauran stellte das neue Oberhaupt von rund 1,2 Milliarden Katholiken am Mittwochabend vom Balkon des Petersdomes aus den Gläubigen vor. Bergoglio, der auch der „Kardinal der Armen“ genannt wird, galt als Außenseiter im Konklave und ist für viele eine Überraschung. „Viva il Papa – Es lebe der Papst“, schallt es am Abend über den Petersplatz.

„Liebe Brüder und Schwestern, guten Abend!“, ruft der bisherige Erzbischof von Buenos Aires den Gläubigen sichtlich bewegt zu. „Das Konklave hatte die Aufgabe, einen neuen Bischof von Rom zu finden – mir scheint, dass meine Kardinalsbrüder ihn am Ende der Welt gesucht haben“, scherzt Papst Franziskus I. sofort mit der Menschenmenge. Danach fordert er die Gläubigen auf, für den am 28. Februar zurückgetretenen Benedikt XVI. zu beten. Mit einem raschen päpstlichen Segen und einem einfachen Gruß verabschiedet er sich: „Buonanotte – Gute Nacht!“. Alles andere muss bis Donnerstag warten.

Die Stimmung auf der regennassen Piazza San Pietro ist schon am frühen Abend überwältigend. Wie durch Zauberhand werden die Menschenmassen gegen Abend immer größer. Tausende von Gläubigen starren schon lange vor 19.00 Uhr wie gebannt auf den schmalen Schornstein der Sixtinischen Kapelle – in Hoffnung auf den weißen Rauch, der einen neuen Papst signalisiert. „Es ist, als habe der Heilige Geist sie geführt“, kommentiert ein emotionaler Fernsehkommentator eines italienischen Senders. Die Schweizer Garde versammelt sich dann vor dem gewaltigen und illuminierten Petersdom.

Die Menschen schwenken Fahnen und Spruchbänder. Und wer nichts anderes zur Hand hat, hält sein Handy, sein Tablet-Computer oder auch den geschlossenen Regenschirm in die Luft. Als die Rauchfahne zunächst auf sich warten lässt, ahnen viele, dass es kurz darauf einen neuen Papst geben könnte. Um 19.05 Uhr ist es dann endlich soweit: Der ersehnte weiße Rauch quillt aus dem kleinen Schornstein. Die Menge kann nicht mehr an sich halten: „Viva il Papa – Es lebe der Papst!“ schallt es unaufhörlich von allen Seiten.

„Es ist unglaublich, einfach unglaublich! Die Stimmung haut mich um“, sagt Mirco stellvertretend für Tausende. Der 36-Jährige Rumäne lebt seit Jahren in Italien. Wie viele andere Eltern auf dem überfüllten Platz trägt er seine kleine Tochter auf den Schultern.

Die Wahl des 2001 unter Johannes Paul II. zum Kardinal ernannten Bergoglio gilt in der Tat als Sensation – viele andere Namen waren gehandelt worden. Der bisherige Erzbischof von Buenos Aires und Primas Argentiniens ist bekannt für sein unauffälliges Auftreten. In den vergangenen Jahren geriet er mehrfach mit den dortigen Regierungen von Néstor und Cristina Kirchner aneinander, kritisierte Korruption und Armut. Beim letzten Konklave 2005 galt Bergoglio als stärkster Kontrahent Joseph Ratzingers.

Papst Benedikt XVI. war am 28. Februar als Papst zurückgetreten. Er begleitete das Konklave im Gebet und soll die Wahl Bergoglios im Fernsehen in seiner momentanen Unterkunft in der päpstlichen Sommerresidenz Castel Gandolfo nahe Rom verfolgt haben.Franziskus spricht nur kurz zu den begeisterten Gläubigen und zieht sich schnell wieder hinter einen schweren Vorhang zurück.

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