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14.03.2015

Video-Podcast Merkel rechnet weiter mit positiver Wirtschaftsentwicklung

„Deutschland hat es immer geschafft.“

Berlin – Bundeskanzlerin Angela Merkel ist zuversichtlich, dass sich die deutsche Wirtschaft weiterhin erfolgreich entwickeln wird. „Deutschland war immer dann stark, wenn es sich den neuen Herausforderungen auch optimistisch gestellt hat“, sagte Merkel einen Tag vor der Eröffnung der CeBIT mit Blick auf den digitalen Wandel in ihrem neuen Video-Podcast.

Sie sei deshalb auch dafür, Freihandelsabkommen zu verhandeln und keine Barrieren aufzubauen, sondern sich dem internationalen Wettbewerb zu stellen. „Deutschland hat es immer geschafft, und deshalb glaube ich, dass Deutschland das kann.“

Allerdings müsse sich Deutschland anstrengen, erklärte die Bundeskanzlerin weiter. Schon jetzt gehe es um einen Wettlauf: „Sind diejenigen, die im digitalen Bereich führend sind, die Gewinner dieser Veränderung? Oder sind diejenigen, die die klassische industrielle Wertschöpfung sehr gut beherrschen, vorne mit dabei?“, so Merkel. „Ich glaube, wir müssen keine Angst haben, aber wir müssen die Dinge offensiv angehen.“

Auch der Mittelstand müsse als Gewinner aus dieser Veränderung hervorgehen, erklärte die Bundeskanzlerin. Merkel rief die Wirtschaftsverbände „bis hin zum Zentralverband des deutsches Handwerks“ dazu auf, mit den Unternehmen über die Herausforderungen zu sprechen. „Denn der Wandel wird sich vielleicht schneller vollziehen, als wir das gedacht haben.“

Im Bereich Start-up-Förderung habe Deutschland aufgeholt, sagte Merkel. „Das ist die gute Nachricht. Deutschland ist aber noch nicht da, wo wir hin wollen.“ Es gebe verschiedene Förderprogramme für Start-ups, und beim Thema „Wagniskapital“ seien schon einige Dinge verbessert worden. Bei Verlustabschreibungen sei man allerdings noch dabei, eine Lösung zu finden, räumte die Bundeskanzlerin ein.

Nach intensiver Beschäftigung mit dem Thema sei sie jedoch fest davon überzeugt, dass es nicht nur um die Frage von finanziellen Anreizen gehe. „Sondern“, so Merkel, „es geht auch um eine Kultur.“ Dazu gehöre beispielsweise, „damit leben zu können, dass von zehn Projekten nur eines zum Schluss erfolgreich sein wird“. Diese Kultur sei in den USA, vielleicht auch in Südkorea oder China besser ausgeprägt. „Wir haben aufzuholen, aber wir haben auch schon eine kleine Wegstrecke geschafft“, fasste die Bundeskanzlerin zusammen.

Eine Smart Watch besitze sie noch nicht. „Aber natürlich zieht die Digitalisierung überall ein.“ Die Bürgerinnen und Bürger müssten „einfach wissen, was sie an Informationen preisgeben“, sagte die Bundeskanzlerin.

„Wir können immer wieder einen guten Datenschutz organisieren, aber letztlich ist es auch die Entscheidung jedes Einzelnen: Welchem Risiko setzt er sich aus, oder welche Bequemlichkeit möchte er haben?“ Merkel sprach von einer „neuen Mündigkeit des Bürgers“. Das sei auch ein Thema für den Verbraucherschutz.

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