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Noch mehr Druck nach Pokal-Aus

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09.02.2012

VfB Stuttgart Noch mehr Druck nach Pokal-Aus

Auftritt gegen Bayern “eine Frechheit” – Labbadia angeschlagen und mit Veilchen.

Stuttgart – Auch am Tag nach der völlig verkorksten Fete zum 46. Geburtstag war Bruno Labbadia noch frustriert. Der Trainer des VfB Stuttgart beorderte einige seiner Pokal-Versager zu Einzelgesprächen. Es ist wieder einmal fünf Minuten vor 12 bei den Schwaben, deshalb hatte Manager Fredi Bobic schon zuvor zu nächtlicher Stunde Klartext geredet: “Wir müssen jetzt den Druck erhöhen. Was die Mannschaft abgeliefert hat, war eine Frechheit. Da war null Leidenschaft da – dafür muss man sich bei den Zuschauern entschuldigen.”

Immerhin ein paar Tausend hatten beim 0:2 gegen Bayern München Spaß. Das waren die Gäste-Fans, die Labbadia höhnisch mit “Happy-Birthday”-Sprechchören feierten. Von seiner Mannschaft gab es dagegen für den Coach statt des erhofften Sieggeschenks zum Ehrentag einen mutlosen Auftritt, der fast an Arbeitsverweigerung grenzte. “Ohne Ulreich im Tor hätten wir fünf gekriegt. Gegen Bayern kann man verlieren, aber nicht so. Das war kollektives Versagen”, schimpfte Bobic. Der Manager nahm speziell die international erfahrenen Spieler ins Visier seiner Kritik, die null Verantwortung gezeigt hätten.

“Wenn er das so sagt, wird’s schon stimmen”, sagte Kapitän Serdar Tasci dazu mit leiser Stimme. Die Mannschaft wähnte sich nach dem 2:2 bei Bayer Leverkusen wohl schon wieder auf dem Weg nach oben, doch nach der Art und Weise des Pokal-Aus ist die Krisenstimmung in verschärfter Form zu den Schwaben zurückgekehrt. Nach sieben sieglosen Bundesliga-Spielen in Serie mit nur zwei Punkten wird das Heimspiel am Samstag gegen Hertha BSC Berlin bereits zum Entscheidungsspiel.

Auch für Trainer Labbadia, obwohl nach dem Bayern-Spiel zuallererst die hochbezahlten Profis in der Kritik standen. Über 90 Minuten tigerte der einstige Stürmer an seiner Seitenlinie auf und ab, doch seine Anweisungen fruchteten nichts. “Der Trainer war total irritiert, weil der Mut total gefehlt hat”, sagte Bobic dazu.

Der seit dem 12. Dezember 2010 amtierende Coach, der schon bei Bayer Leverkusen und dem Hamburger SV schnell wieder gehen musste, wirkt angeschlagen. Als Metapher für seinen derzeitigen Zustand passt das blaugrüne Veilchen an seinem Auge, dass er sich nach Vereinsangaben bei einem Streifschuss im Training zugezogen hat.

“Der Trainer kann ja nichts dafür, dass wir so schlecht spielen”, sagte Verteidiger Georg Niedermeier dazu der Nachrichtenagentur dapd. Bobics Kommentar zur Trainerfrage lautet: “Das ist kein Thema”. Doch die Mechanismen des Geschäfts sind meist knallhart, speziell bei den Schwaben war in solchen Situationen zuletzt immer der Trainerwechsel die Reaktion der Wahl. In den vergangenen gut drei Jahren mussten Armin Veh, Markus Babbel, Christian Gross und Jens Keller ihren Job auf dem VfB-Schleudersitz verlassen.

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