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Kinder in einem Slum

© dts Nachrichtenagentur

09.09.2012

Wissenschaftler Verständnis von Armut muss revidiert werden

Kleine Alltagsfreuden seien für die Armen auch wichtig.

Boston – Das Verständnis von Armut in der Dritten Welt basiert nach Einschätzung des Wirtschaftswissenschaftlers Abhijit Banerjee auf Fehleinschätzungen und muss revidiert werden, um Hilfe wirksamer zu gestalten. Der Forscher, der am Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Boston arbeitet, kritisierte in einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin „Focus“, dass viele der gängigen Thesen über die Ärmsten der Erde auf einem falschen Menschenbild basieren.

Kleine Alltagsfreuden etwa, die das Leben erleichtern, seien für die Armen nicht weniger wichtig als für andere Menschen. So kauften Slum-Bewohner etwa einen Fernseher, auch wenn sie sich nicht genug zu essen leisten können. Banerjee zufolge müssten bei der Entwicklung von Hilfsmaßnahmen normale menschliche Schwächen wie fehlende Selbstdisziplin bedacht werden.

Der Forscher befasst sich mit jenen 13 Prozent der Weltbevölkerung, die ihren Lebensunterhalt mit weniger als einem Dollar am Tag bestreiten. Er stützt seine Erkenntnisse auf zahlreiche wissenschaftliche Studien, mit denen die Wirksamkeit von Hilfsprogrammen getestet wurde.

Sein Buch „Poor Economics: Plädoyer für ein neues Verständnis von Armut“ erscheint jetzt auf Deutsch.

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