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Vernarbte Adern wegen 250 Blutspenden

© dapd

11.04.2012

Langzeitspender Vernarbte Adern wegen 250 Blutspenden

Durch demografischen Wandel gibt es immer weniger Langzeitspender wie Heinz Schaaf.

Mannheim – Heinz Schaaf ist in seinem Leben regelmäßig zum Blutspenden gegangen. So oft, dass die Adern an seinen Armen stark vernarbt sind. „Die Mitarbeiter des Blutspendedienstes müssen normalerweise eine Weile suchen, bis sie eine geeignete Stelle finden. Schmerzlos ist das nicht“, sagt der 68 Jahre alte Mann aus Mannheim. Das hält ihn aber nicht von der Spende ab.

Die Zahl der Spender, die mit ihrem Blut Leben retten, geht allerdings zurück – auch wegen der demografischen Entwicklung. Die Älteren können oft nicht mehr Blut spenden, die Jüngeren haben keine Lust mehr dazu. Dabei werden immer mehr Blutkonserven benötigt. Um den Bedarf zu decken, will der DRK-Blutspendedienst Baden-Württemberg-Hessen Gruppen mobilisieren, die bisher noch unterrepräsentiert sind, wenn es um das Blutspenden geht, beispielsweise Menschen mit Migrationshintergrund.

Vor allem in der Krebstherapie und in der Unfallchirurgie sei der Bedarf an gespendetem Blut sehr hoch und dürfte noch steigen, erläutert der Abteilungsleiter am Institut für Transfusionsmedizin und Immunologie in Mannheim, Michael Müller-Steinhardt. Schon jetzt würden täglich 15.000 Blutspenden in Deutschland benötigt, um den Bedarf an Blutprodukten zu decken.

Heinz Schaaf hat in mehr als 35 Jahren 250 Mal sein Blut gespendet, dafür wurde er gemeinsam mit 148 anderen engagierten Spendern von der Stadt Mannheim und dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) bei einem Festakt im Rathaus ausgezeichnet. Der Rentner erhielt bei der Übergabe der Blutspender-Ehrennadel den größten Applaus. „Ich war der Spender mit den meisten Einsätzen.“ 1976 spendete er zum ersten Mal sein Blut der seltenen Gruppe „B Rhesus-negativ“. Nur zwei Prozent der Deutschen haben diese Blutgruppe.

Für die Mannheimer Gesundheitsdezernentin Ulrike Freundlieb sind Heinz Schaaf und die anderen Blutspender „ein Vorbild für viele Menschen im Land, die als Blutspender bürgerschaftliches Engagement und solidarisches Verantwortungsbewusstsein mit großem persönlichen Einsatz vorleben“. Müller-Steinhardt sagt: „Wir müssen den Menschen klarmachen, dass es sich um einen wichtigen Dienst am Gemeinwohl handelt, den jeder von uns womöglich eines Tages selbst in Anspruch nehmen muss.“

Heinz Schaaf hat mit seinen Blutspenden nachweislich schon zwei Patienten in Notfällen konkret helfen können – das berichtet er aber eher beiläufig. Einmal, so sagt er, sei es besonders dramatisch gewesen. Nachts um 3.00 Uhr habe er einen Anruf aus dem Mannheimer Klinikum bekommen. Er werde umgehend gebraucht, weil ein Unfallopfer dringend das seltene Blut der Gruppe „B Rhesus-negativ“ benötige.

„Damals wurde das Blut noch direkt vom Spender an den Patienten übertragen“, erinnert sich Schaaf lachend. Nur eine Trennwand aus Stoff habe für die vorgeschriebene Anonymität gesorgt. Da habe er in der Nacht neben einem fremden Mann gelegen. Verbunden durch das Blut, das durch die Schläuche von einem zum anderen geflossen ist. Müde sei er gewesen, erzählt er, „müde, aber auch zufrieden“.

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