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Bombardier wegen Zugpannen verklagt

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14.02.2013

Deutsche Bahn Bombardier wegen Zugpannen verklagt

Millionenstreit um Schäden bei „Regio-Swinger“ und S-Bahnen.

Berlin/München – Wegen zahlreicher Pannen bei Regional- und S-Bahnen geht die Deutsche Bahn gerichtlich gegen den Zughersteller Bombardier vor. Der Staatskonzern legte vor den Landgerichten München und Berlin Klage gegen das kanadische Unternehmen ein, wie Bahn- und Gerichtssprecher am Donnerstag bestätigten.

Vor dem Landgericht Berlin streiten sich die beiden Unternehmen um Probleme bei den Regionalzügen vom Typ „Regio-Swinger“, die seit rund 20 Jahren vor allem in Süddeutschland unterwegs sind. Die Pendelzüge hatten immer wieder Pannen bei der Neigetechnik und den Achsen. Da Verhandlungen zwischen Bahn und Bombardier nicht erfolgreich verliefen, reichte der Staatskonzern 2006 Klage ein. Der Streitwert liegt laut Gerichtssprecher bei 61 Millionen Euro.

Derzeit prüften Sachverständige den Fall, sagte der Sprecher. Sobald die Gutachten vorliegen werden, können sich die Beteiligten dazu schriftlich äußern. Ein Termin für eine mündliche Verhandlung steht noch nicht fest.

Bei dem in München anhängigen Verfahren soll es laut „Süddeutscher Zeitung“ um S-Bahn- und Regionalzüge gehen, die immer wieder Bremsprobleme hatten. Nach Angaben des Landgerichts Münchens reichte die Bahn die Klage im Jahr 2005 ein. Ziel sei jedoch kein Prozess und eine mögliche Schadenersatzzahlung. Vielmehr gehe es um ein selbstständiges, vorgezogenes Beweisverfahren.

In dem Fall würden Sachverständige beispielsweise Ursachen und Ausmaß von Schäden überprüfen. Diese können entweder als Grundlage für eine bessere Verhandlungsposition oder auch für eine nachfolgende Schadenersatzklage dienen. Insgesamt wolle die Deutsche Bahn Schäden in Höhe von 160 Millionen Euro ersetzt haben, berichtete die „Süddeutsche Zeitung“ unter Berufung auf Justizkreise. Aus dem Umfeld von Bahn und Hersteller hieß es, dass die beiden Parteien „sehr konstruktiv an einer gemeinsamen Lösung arbeiten“.

Sprecher von Bahn und Bombardier bestätigten die Verhandlungen. Zum Inhalt wollten sie sich aber wegen des laufenden Verfahrens nicht äußern. Die genannten Summen seien Spekulation, hieß es.

Auf die aktuellen Auslieferungen habe der Gerichtsstreit keine Auswirkungen, teilte Bombardier mit. Nach Verzögerungen bei den Regionalzügen vom Typ „Talent 2“, der beispielsweise in Nürnberg im Einsatz ist, laufe das Geschäft. 134 von 295 bestellten Zügen seien mittlerweile an die Deutsche Bahn übergeben worden. Nach Hessen sollen demnächst 22 „Talent 2“ geliefert werden.

Die doppelstöckigen Züge „Twindexx“ würden ebenfalls bald an DB und die Schweizer Bahn ausgeliefert. Auch hierbei gab es Verzögerungen. Bombardier kämpfe auch mit Zuversicht um Aufträge der Hamburger und der Berliner S-Bahn.

Pannen und Verzögerungen bei Zügen der Deutschen Bahn sorgten in der jüngsten Vergangenheit immer wieder für Schlagzeilen. So konnte beispielsweise auch Siemens 8 von 16 bestellten ICE-Züge nicht rechtzeitig zum laufenden Winterfahrplan ausliefern. Die Hersteller machen lange Prüfverfahren des Eisenbahnbundesamts dafür mitverantwortlich.

Zu diesem Thema trifft sich seit einigen Monaten auch regelmäßig ein Spitzengremium von Bahn, Industrie und Bundesverkehrsministerium. Ziel ist es, die Verfahren zu beschleunigen. Im März wollen die Beteiligten das nächste Mal verhandeln.

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