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08.02.2014

Verhütung Gröhe lehnt Freigabe der „Pille danach“ ab

Gröhe warnte vor einer „Debatte mit Schaum vor dem Mund“.

Berlin – Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe lehnt eine Freigabe der „Pille danach“ ab. Der CDU-Politiker warb im Interview der „Welt am Sonntag“ für einen „zügigen, diskriminierungsfreien Zugang“ zu dem Verhütungsmittel und für „gute Beratung“. Das sei „am besten gewährleistet, wenn es bei der Verschreibungspflicht bleibt“, sagte Gröhe. Damit folgt er nicht dem zuständigen Sachverständigenausschuss für Verschreibungspflicht, der die Aufhebung der Rezeptpflicht empfiehlt.

Am kommenden Donnerstag wird sich der Bundestag mit dem Thema befassen. Gröhe warnte vor einer „Debatte mit Schaum vor dem Mund“. Es handele sich nicht um eine „Abtreibungspille“. Es gehe weder darum, vermeintlichen Sittenverfall zu bekämpfen noch darum, die Selbstbestimmung von Frauen einzuschränken. „Es geht darum, das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung und die Frauengesundheit bestmöglich zusammenzubringen“, betonte der Minister.

Bei der „Pille danach“ handele es sich um einen Wirkstoff, der in Einzelfällen auch schwerere Nebenwirkungen habe, sagte Gröhe. „Und wir können in Deutschland eine zügige ärztliche Beratung ermöglichen – meist innerhalb weniger Stunden.“

Auch die Sexualaufklärung sei gut. „Bei uns sind die Schwangerschaftsabbrüche von Teenagern rapide gesunken, während sie in anderen Ländern mit rezeptfreier „Pille danach“ sogar angestiegen sind“, berichtete der Minister.

Zwar könnten Apotheken auch beraten, sagte Gröhe. Doch lasse sich darüber streiten, ob das im Notdienst an der Fensterklappe in ausreichender Weise geschehen kann. Die Verschreibung ermögliche ein Beratungsgespräch, das in der vertraulichen Atmosphäre einer Praxis erfolge und der Schweigepflicht unterliege.

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