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17.12.2012

Tarife Verdi-Chef droht Arbeitgebern mit Streiks 2013

„Noch nie war die Kluft zwischen Arm und Reich so groß.“

Berlin – Verdi-Chef Frank Bsirske hat den Arbeitgebern für das Tarifjahr 2013 Streiks angedroht. Im Interview mit der „Bild-Zeitung“ (Montagausgabe) sagte er: „Für 2013 gilt: Kommen wir in den anstehenden Tarifverhandlungen nicht zu einem verträglichen Ergebnis, sind auch Streiks nicht ausgeschlossen.“

Bsirske verteidigte die Forderung von 6,5 Prozent mehr Lohn im öffentlichen Dienst: „Sogar CDU-Finanzminister Schäuble sagt, dass der Lohnabschluss im öffentlichen Dienst helfen kann, Absatzmärkte zu stabilisieren oder Absatzmärkte für die Krisen-Länder in Deutschland zu eröffnen. Wo er recht hat, hat er Recht.“

Weiter warnte er vor einer Eskalation der sozialen Konflikte in Deutschland. „Noch nie war die Kluft zwischen Arm und Reich so groß, noch nie musste sich die Mittelschicht so bedroht fühlen“, sagte er weiter der „Bild“. Dies könne gravierende Folgen haben. „Eine Gesellschaft, die so eine Spaltung aushalten muss, ist vor der Eskalation der Konflikte nicht gefeit“, sagte der Gewerkschafts-Chef. „Wenn uns die Krise mit aller Härte trifft und nicht gegengesteuert wird, können soziale Konflikte auch in Deutschland deutlich an Härte zunehmen.“

Der Chef der Dienstleistungsgewerkschaft sprach sich offen für Peer Steinbrück (SPD) als künftigen Bundeskanzler aus. Der „Bild-Zeitung“ (Montagausgabe) sagte Bsirkse: „Ich glaube, dass Deutschland mit Steinbrück als Kanzler ein gerechteres Land würde!“ Als Kanzlerkandidat habe Steinbrück konstruktive Vorschläge zur Bekämpfung massenhafter Armutslöhne, mangelnder Steuergerechtigkeit und drohender Altersarmut vorgelegt, sagte Bsirske zur Begründung.

Die rund 2 Millionen Verdi-Mitglieder rief der Gewerkschafts-Chef dazu auf, ihre Wahlentscheidung an den Plänen der Parteien für mehr Steuergerechtigkeit, anständige Löhne und eine verlässliche Altersversorgung auszurichten: „Daran sollten Gewerkschaftsmitglieder die Parteien messen.“ Als direkte Wahlempfehlung zu Gunsten von Rot-Grün wollte der Verdi-Vorsitzende seine Äußerungen aber nicht verstanden wissen.

Zugleich ging Bsirske scharf Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ins Gericht: „Sie trägt die Verantwortung für eine Koalition, die eine dramatisch schlechte Arbeit geleistet hat und sich bis heute in einem chaotischen Zustand befindet.“ Außerdem habe Merkel „die Krise in Europa mit ihrem Spardiktat für die gebeutelten Südländer noch verschlimmert.“

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