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Verdacht gegen Mutter bislang nicht erhärtet

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26.04.2012

Tote Babys Verdacht gegen Mutter bislang nicht erhärtet

Obduktion der Leichen brachte noch keine Erkenntnisse über Todesumstände.

Langgöns – Die Obduktion der im mittelhessischen Langgöns aufgefundenen drei Babyleichen hat noch keine Erkenntnisse über die Todesumstände der Kinder gebracht. Die Staatsanwaltschaft Gießen ermittle in alle Richtungen, sagte deren Sprecherin Ute Sehlbach-Schellenberg am Donnerstag. Bislang sei nach wie vor unklar, ob die Babys vorsätzlich getötet wurden oder es sich um Totgeburten handelte, wie die Mutter angegeben hat. Die Ermittlungen gegen die 40-Jährige wegen des Anfangsverdachts eines dreifachen vorsätzlichen Tötungsdelikts würden aber fortgesetzt.

Ein Haftbefehl gegen die Frau stehe nicht zur Debatte, sagte der Sprecherin der Anklagebehörde. Am Vortag war bekanntgeworden, dass die Mutter derzeit eine sechsmonatige Haftstrafe wegen Betrugs absitzt. Nach Auffinden der Babyleichen in ihrem Wohnhaus wurde sie demnach vom offenen wieder in den geschlossenen Vollzug der Haftanstalt verlegt.

Sehlbach-Schellenberg bestätigte, dass die Frau auch lebende Kinder hat, wollte aber zu der Verdächtigen keine weiteren Angaben machen. Nach Informationen der Nachrichtenagentur dapd handelt es sich um vier Kinder, von denen eins erst kürzlich in der Justizvollzugsanstalt zur Welt gekommen und inzwischen in einer Pflegefamilie lebt.

Zwei der Babyleichen waren am Dienstag von Angehörigen bei einer Wohnungsauflösung im Keller des Mehrfamilienhauses in Langgöns gefunden worden, eine weitere am Mittwoch in der Garage. Die offenbar bereits vor längerer Zeit in Camping-Kühlboxen ohne Kühlung deponierten Babyleichen waren bereits stark verwest, was die Ermittlungen erschwert. Nach der Obduktion steht aber fest, dass es sich bei den beiden zuerst gefundenen toten Kindern um Jungen handelte. Welches Geschlecht die dritte Babyleiche hatte, ließ sich noch nicht feststellen. Auch über den Zeitpunkt ihrer Geburt gab es zunächst keine Aussagen.

Nach der Obduktion sei der Mutter bislang weiter keine Straftat nachzuweisen, hieß es. Sie habe in allen drei Fällen von Totgeburten gesprochen. Die umfangreichen Ermittlungen würden aber mit Hochdruck fortgesetzt, sagte die Sprecherin. So werden Zeugen befragt und Tatortspuren ausgewertet und auch weitere medizinische Untersuchungen vorgenommen.

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