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15.06.2019

Dieselskandal 420.000 VW-Kunden beteiligen sich an Musterklage

„Die riesige Teilnahme hat uns selbst überrascht.“

Wolfsburg – Der Musterfeststellungsklage gegen den VW-Konzern haben sich nach Angaben des Verbraucherzentrale Bundesverbands (VZBV) mittlerweile 420.000 VW-Kunden angeschlossen, die sich als geschädigt im Dieselskandal ansehen.

„Die riesige Teilnahme hat uns selbst überrascht“, sagte der Chef des Verbandes, Klaus Müller, der „Rheinischen Post“ (Samstag) unter Berufung auf Zahlen des Bundesamtes für Justiz. Für die erste Gerichtsverhandlung Ende September habe das Gericht bereits einen Saal in der Stadthalle Braunschweig angemietet.

Müller forderte den VW-Konzern auf, mit dem VZBV in Vergleichsverhandlungen zu treten. „Wenn Volkswagen so klug wäre, auch mit uns in Vergleichsverhandlungen einzutreten, könnte die Sache schnell erledigt sein“, sagte Müller. Andernfalls könne sich die gerichtliche Verhandlung über Jahre hinziehen. Das könne nicht im VW-Interesse sein.

„Es steht VW jederzeit frei, die geschädigten Kunden über ein gutes Vergleichsangebot anständig zu entschädigen und dem Spuk endlich ein Ende zu setzen“, erklärte Deutschlands oberster Verbraucherschützer.

„Wir haben in dieser Woche das Urteil des Oberlandesgerichts Koblenz gesehen, bei dem eine Klage gegen Volkswagen positiv ausging und der Kläger 26.000 Euro mit nach Hause nahm“, so Müller. Dieses Urteil spreche für die Erfolgsaussichten anderer Kläger bei möglichen Vergleichsverhandlungen.

Das Unternehmen habe im vergangenen Jahr einen Reingewinn von mehr als elf Milliarden Euro eingefahren. „Ich wünsche Volkswagen eine erfolgreiche Zukunft. Aber dafür muss der Konzern erst für seine Sünden der Vergangenheit bezahlen. Das darf nicht bei den Verbrauchern hängen bleiben“, sagte Müller.

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