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Vater des Opfers schildert Folgen der Tat

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02.02.2012

Sadistische Vergewaltigung Vater des Opfers schildert Folgen der Tat

Prozess in Nürnberg wird fortgesetzt.

Nürnberg – Im Prozess um die sadistische Vergewaltigung zweier junger Frauen durch einen vorbestraften Sexualstraftäter haben der Vater und die Psychotherapeutin eines der Opfer die Folgen der Tat geschildert. Seine heute 21-jährige Tochter sei vor dem Überfall im Oktober 2010 lebenslustig und gesellig gewesen, danach aber völlig verängstigt und unfähig, alleine zu schlafen oder unter Menschen zu gehen, sagte der 51-jährige Vater am Donnerstag vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth. “Es war eine schlimme Zeit”, erklärte er. Inzwischen gehe es aber in kleinen Schritten wieder vorwärts.

Die Therapeutin beschrieb ihre Patientin als einen Menschen mit dem starkem Willen, sich das Leben nicht nehmen zu lassen. Dennoch werde es wohl noch viele Sitzungen brauchen, bis sie das Geschehene verarbeitet habe. Die 21-Jährige leide noch immer unter einer posttraumatischen Belastungsstörung mit Albträumen und sogenannten Flashbacks, bei denen sie das Geschehene immer wieder durchlebe. Gleichzeitig sei sie völlig emotionslos. “Sie wundert sich, warum sie nicht wütend oder traurig ist und bisher nicht weinen konnte”, sagte die Ärztin.

Zuvor hatte die 21-Jährige unter Ausschluss der Öffentlichkeit und des Angeklagten selbst zu ihrer Situation ausgesagt. Ihre Anwältin erklärte im Anschluss, ihre Mandantin habe die etwa 15-minütige Vernehmung nur mit Mühe und Not überstanden, sie habe davor und danach stark gezittert.

Der wegen Vergewaltigung mit Geiselnahme sowie sexueller Nötigung und vorsätzlicher Körperverletzung angeklagte 49-jährige, bereits vorbestrafte Sexualstraftäter hatte zum Prozessauftakt ein umfassendes Geständnis abgelegt. Er hatte zugegeben, am 12. Oktober 2010 zuerst die 21-Jährige und am 18. Oktober eine 23-jährige Krankenschwester auf Parkplätzen in Nürnberg und Neumarkt überfallen, vergewaltigt und sadistisch gequält zu haben. Die 23-Jährige verschleppte er bis nach Glücksburg an der Ostsee. Dort war ihr die Flucht gelungen, als sie einen Asthmaanfall vortäuschte und Passanten den Rettungsdienst alarmierten.

Die Schilderungen des Vaters seines ersten Opfers verfolgte der 49-Jährige überwiegend mit gesenktem Kopf und ins Leere gerichtetem Blick. Er hatte im Gefängnis Entschuldigungsbriefe an seine beiden Opfer geschrieben, die sie jedoch nicht annahmen. Im November 2011 hatte er dann versucht, sich das Leben zu nehmen. Er lag mehrere Wochen im künstlichen Koma und ist seither nur eingeschränkt verhandlungsfähig.

Der 49-Jährige war bereits zweimal wegen Sexualdelikten verurteilt worden, zuletzt 2001. Im November 2009 wurde er nach drei positiven Gutachten auf Bewährung aus der Psychiatrie in Erlangen entlassen. Eine ambulante Therapie brach er einige Monate vor den Taten ab.

Am kommenden Mittwoch (8. Februar, 9.00 Uhr) wird der Prozess fortgesetzt. Dann sollen unter anderem das zweite Opfer und dessen Therapeutin aussagen. Ein Urteil wird für den 17. Februar erwartet.

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