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Yahoo verbietet Heimarbeit

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26.02.2013

USA Yahoo verbietet Heimarbeit

Marissa Meyer beordert die Mitarbeiter zurück in die Firmenzentrale.

Boston – Schluss mit der Arbeit am heimischen PC: Für die 11.500 Mitarbeiter von Yahoo gilt ab Juni Anwesenheitspflicht in den Großraumbüros in der Zentrale im Silicon Valley. Das hat die Firmenleitung zu Wochenbeginn mitgeteilt. Betroffen sind nicht nur einige hundert Angestellte, die Vollzeit von zu Hause aus arbeiten, sondern auch all jene, die ein oder zwei Tage pro Woche Telearbeit vereinbart haben. Die Entscheidung löst nicht nur Überraschung unter den Angestellten aus, sondern in der ganzen Branche. Denn der Trend geht seit Jahren dahin, Arbeit aus den Büros auszulagern.

Das Memo der Personalchefin

„Für den absolut besten Arbeitsplatz sind Kommunikation und Zusammenarbeit von großer Wichtigkeit. Deshalb müssen wir Seite an Seite arbeiten“, zitiert das „Wall Street Journal“ aus der Arbeitsanweisung von Yahoo-Personalchefin Jackie Reses. „Einige der besten Entscheidungen und Einsichten werden in Flurgesprächen und Diskussionen in der Cafeteria gefunden. Schnelligkeit und Qualität bleiben oft auf der Strecke, wenn wir von zuhause arbeiten“, heißt es in dem Memorandum weiter.

Unter den Angestellten lösten die Ankündigung und der rigorose Tonfall der Mitteilung Verärgerung aus. Die Kritik richtet sich vor allem gegen Marissa Mayer, die erst im Herbst den Chefposten bei dem angeschlagenen Internetriesen übernommen hatte. Kurz nach Amtsantritt hatte die 37-Jährige ein Kind bekommen und war zwei Wochen später wieder in die Firma zurückgekehrt.

Ruth Rosen, Professorin an der University of California, kritisierte, dass die Yahoo-Chefin, nachdem sie es nach ganz oben geschafft habe, „anderen Frauen kein ausgewogenes Leben gönnen will, die sich einerseits um ihre Familie kümmern, sich aber auf der anderen Seite auch auf die Weiterentwicklung ihrer Fähigkeiten und Karriere konzentrieren wollen“.

Telearbeit in den USA verdoppelt

Die Wirtschaftsberaterin Jody Thompson von CultureRx warf der Yahoo-Chefin Marissa Mayer vor, die eigentlich durch Neuerungen den alten Glanz als Nummer 1 wiederherstellen sollte, sie bewirke das Gegenteil. „Mayer hat einen gewaltigen Sprung rückwärts gemacht. Statt große Talente bei der Stange zu halten, wird sie sich in einem Großraumbüro wiederfinden, wo alle Leute brav anwesend sein und ihre Zeit absitzen werden.“

„Es ist beunruhigend, dass es eine Technologie-Firma nicht schafft, Fern-Arbeit zu koordinieren“, kritisierte Kate Lister, Präsidentin des Telework-Forschungszentrums in Kalifornien. „Das läuft dem weltweiten Trend zu mehr Auslagerung von Arbeit zuwider.“

In einem Land, in dem viele Arbeitnehmer täglich mehr als eine Stunde Fahrtzeit zur Arbeit und zurück haben, wird Tele-Arbeit immer beliebter. Sie hat sich nach offiziellen Angaben des US-Zensus seit 1980 verdoppelt. 4,2 Prozent der Amerikaner arbeiten ständig, zehn Prozent mehrmals pro Woche von zuhause.

Andere Firmen der Branche beginnen bereits, ihre Fühler nach den Yahoo-Mitarbeitern auszustrecken. So twitteret Marc Garrett, Chef des Softwareherstellers Intridea: „Hey, Yahoos. Wenn ihr gezwungen werdet zu kündigen, dann kommt und arbeitet bei uns. Wir arbeiten alle von zuhause.“

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