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Bewaffnete Drohne

© U.S. Air Force/Tech. Sgt. Erik Gudmundson über dpa

23.04.2015

Weißes Haus Westliche Geiseln bei US-Anti-Terror-Einsatz getötet

Der US-Geheimdienst habe von ihrer Präsenz nichts gewusst.

Washington – Die USA haben bei einem Drohnenangriff gegen das Terrornetzwerk Al-Kaida in Pakistan wegen eines Geheimdienstfehlers zwei westliche Geiseln getötet.

Bei dem Einsatz im Januar kamen der Amerikaner Warren Weinstein und der Italiener Giovanni Lo Porto ums Leben, der für die Deutsche Welthungerhilfe arbeitete, wie US-Präsident Barack Obama mitteilte. Er übernehme die volle Verantwortung und entschuldige sich bei den Familien der Opfer. „Ich bereue zutiefst, was passiert ist“, sagte Obama in einer spontan einberufenen Pressekonferenz in Washington.

Weinstein war von Al-Kaida 2011 entführt worden, Lo Porto ein Jahr später. Beide waren als Entwicklungshelfer in Pakistan tätig. Obama erklärte nicht ausdrücklich, wie die Männer ums Leben kamen. Medien berichteten aber übereinstimmend von einem Raketenangriff mit einem unbemannten Flugzeug, den der Geheimdienst CIA durchgeführt habe. Laut Obama habe die CIA den Al-Kaida-Stützpunkt viele hundert Stunden ausgespäht, ohne zu ahnen, dass die beiden Geiseln dort gefangen waren. Man müsse aus diesem Fehler lernen, sagte der Präsident.

Bei dem Angriff sei noch ein zweiter US-Staatsbürger getötet worden, der der Al-Kaida-Führung angehört habe, aber nicht das Ziel des Einsatzes gewesen sei. Bei einem separaten Einsatz sei zudem noch ein weiterer Amerikaner getötet worden, der ebenfalls für das Terrornetzwerk tätig gewesen sei. Auch er sei nicht speziell ins Visier genommen worden. Die Tötung amerikanischer Terrorverdächtiger ohne Gerichtsverfahren ist in den USA sehr umstritten.

Der sichtlich berührte Obama entschuldigte sich bei den Familien der Opfer. „Keine Worte können ihren Verlust aufwiegen“, sagte er. Das Weiße Haus sprach von einer „schrecklichen Tragödie“. Italiens Regierungschef Mattei Renzi sprach den Hinterbliebenen sein Beileid aus. „Ich fühle tiefen Schmerz über den Tod eines Italieners, der sein Leben dem Dienst an anderen gewidmet hat“, erklärte er. Renzi sei persönlich von Obama informiert worden.

Lo Porto arbeitete in Pakistan für die Deutsche Welthungerhilfe, wie ein Sprecher der Organisation in Köln bestätigte. Er war im Januar 2012 zusammen mit einem deutschen Kollegen aus einem Haus in der ostpakistanischen Stadt Multan verschleppt worden. Der Deutsche kam im vergangenen Oktober frei. Unklar blieb, wie seine Freilassung erreicht wurde.

Nach der Entführung von Lo Porto erhielt die Welthungerhilfe nach eigenen Angaben kein Lebenszeichen von ihm. Zu keinem Zeitpunkt habe Kontakt zu den Entführern bebestanden, sagte Sprecher Marc Groß. Der Italiener habe sich etwa um die Verbesserung der Wasserversorgung in Pakistan gekümmert. In der 53-jährigen Geschichte der Organisation sei bis dato kein Mitarbeiter durch Entführung ums Leben gekommen.

Weinsteins Frau kritisierte die US-Regierung. Die Suche nach ihrem Mann sei „inkonsistent und enttäuschend“ gewesen, sagte die Ehefrau des 73-Jährigen, Elaine Weinstein, dem TV-Sender CNN. Die Verantwortung für den Tod ihres Mannes liege aber letztlich bei den Terroristen. Sie würden mit ihren Taten den Islam missachten.

Nach Ansicht der parlamentarischen Versammlung des Europarates sollte der Einsatz von Kampfdrohnen als Kriegswaffen strikt kontrolliert werden. Die Abgeordneten kritisierten in Straßburg, dass Kampfangriffe durch Drohnen immer noch weitgehend geheim gehalten würden. Dies gelte auch für das Ausmaß der „Kollateralschäden“, hieß es in der verabschiedeten Entschließung. Die Regierungen sollten die Beschränkungen des Völkerrechts und der Menschenrechte für gezielte Tötungen „gewissenhaft respektieren“, hieß es. Ferner sollten alle durch Kampfdrohnen verursachten Todesfälle untersucht werden.

Die Bundesregierung will bis 2025 zusammen mit Frankreich und Italien eine europäische Drohne entwickeln, die groß genug ist, Waffen zu tragen.  

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