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Katerstimmung bei Rabattportalen

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01.03.2013

USA Katerstimmung bei Rabattportalen

Groupon entlässt wegen massiver Kursverluste Mitgründer.

Berlin – Schnäppchen-Seiten unter Druck: Das Rabattportal Groupon hat angesichts massiver Verluste und eines abstürzenden Aktienkurses seinen Mitgründer und Chef Andrew Mason entlassen. Wenige Tage zuvor hatte sich Google von dem im September 2011 übernommenen Rabattportal DailyDeal getrennt. Die Unternehmen wollen sich jetzt neu aufstellen.

Groupon, bei dem Unternehmen Rabattgutscheine anbieten und Verbraucher damit Schnäppchen machen können, hatte nach raschem Wachstum zuletzt schwache Geschäfte gemacht. Am Donnerstag hatte die Groupon-Aktie fast 25 Prozent an Wert verloren, nachdem die Firma einen Quartalsverlust von gut 81 Millionen Dollar (rund 62 Millionen Euro) mitgeteilt hatte.

Größter Börsengang seit Google

Der Börsengang das Rabatthändlers Ende 2011 war der größte eines Internetunternehmens seit dem des Suchmaschinenbetreibers Google im Jahr 2004. Danach ging es allerdings steil bergab. Die Aktie kam für 20 Dollar auf den Markt, am Freitag war sie weniger als fünf wert. Der Schnäppchendienst nahm bei seinem Börsengang rund 700 Millionen Dollar (508 Millionen Euro) ein und übertraf damit die Erwartungen der Analysten. Ausgehend vom Aktienpreis hatte das Unternehmen einen Marktwert von 12,7 Milliarden Dollar (9,2 Milliarden Euro).

Der damals unerwartet hohe Preis der Aktie weckte Erinnerungen an die Dotcom-Euphorie der 90er Jahre. Analysten hatten immer wieder Zweifel geäußert, ob Groupon mit seinem Geschäftsmodell wirklich Geld verdienen kann.

Der jetzt geschasste Chef Mason meldete sich nach dem Aus auch selbst zu Wort. Groupon habe eine zweite Chance mit einem neuen Chef verdient. „Ich stehe dieser im Weg“, erklärte Mason. „Nach viereinhalb intensiven und wundervollen Jahren als Chef von Groupon habe ich entschieden, dass ich mehr Zeit mit meiner Familie verbringen möchte“, schrieb er. „Nur ein Scherz – ich bin heute gefeuert worden.“

Das Unternehmen will inzwischen weg vom reinen Handel mit Gutscheinen und plant, Dienstleister für lokale Unternehmen zu werden. So sollen etwa Kosmetiksalons oder Restaurants ihr gesamtes Geschäft über das Portal verwalten können.

Gründer kaufen DailyDeal von Google zurück

Google hatte DailyDeal für rund 100 Millionen Dollar gekauft. Die deutschen Gründer und Geschäftsführer Fabian und Ferry Heilemann erwarben ihr einstiges Start-up zurück. Auch DailyDeal will sich nun neue Geschäftsmodelle erschließen, wie die alten und neuen Eigentümer mitteilten. Google will nun ein eigenes Rabattangebot fortführen. Das Unternehmen sehe „großes Potenzial“ in diesem Bereich. Derzeit wird der Dienst allerdings nur in den USA angeboten.

Der Handel mit den Rabattgutscheinen laufe besser als oft behauptet, versicherte derweil ein Sprecher von DailyDeal im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dapd. „Die Stimmung in der Branche ist gut.“ DailyDeal sei 2012 im Vergleich zum Vorjahr um 25 Prozent gewachsen. Ergebniszahlen sind nicht bekannt.

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