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Floridas Pythons lassen sich nicht ausrotten

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18.02.2013

USA Floridas Pythons lassen sich nicht ausrotten

Schlangen sind zur Bedrohung geworden.

Boston/Miami – Die Anspannung steigt, als die drei Männer einen viereinhalb Meter langen Python erblicken. Auf den Moment haben Brian Barrows, Jake Carner und Paul Shannon gewartet. Shannon zieht seinen Revolver und schießt sofort, Carner greift nach der vermeintlichen Jagdtrophäe, doch die Schlange lebt noch. Sie ringt Carner nieder und will zum tödlichen Angriff ansetzen. Shannon feuert erneut, zweimal. Dieses Mal trifft er besser. „Das war wirklich brenzlig“, sagt Shannon anschließend. „Der Python hatte einen Umfang von 60 Zentimetern.“

Öffentlichkeit soll alarmiert werden

Das Trio aus Fort Myers (US-Staat Florida) ist geübt – und weiß, wie man die Oberhand behält. Bei der „Florida Python Challenge“ – einem Wettbewerb im Python-Fangen – belegten die den ersten Platz unter den Hobby-Jägern, für den sie ein Preisgeld in Höhe von 1000 Dollar (750 Euro) einstrichen. Barrows erhielt zudem weitere 1500 Dollar, weil er die meisten Schlangen fing; sechs waren es.

Ihre aufregende Geschichte gaben sie bei der anschließenden Preisverleihung am Wochenende im Zoo von Miami zum Besten. Insgesamt hatten sich 1.600 Jäger an der Schlangenhatz beteiligt. Aus 38 amerikanischen Staaten und gar aus Kanada waren sie eigens dazu angereist. Das Ziel der Veranstaltung der Fischerei- und Wildbehörde Floridas, die eine Monat dauerte: Die Pythons im Süden des Sonnenscheinstaates deutlich zu dezimieren.

Jagden auf Pythons wurden auch zuvor schon vom Staat Florida organisiert. Doch erst bei diesem Wettbewerb nahm die Jagd volksfestähnliche Züge an. Damit sollte die Öffentlichkeit für die Gefahr, die von den Tieren ausgeht, sensibilisiert werden. „Dank des Engagements der Teilnehmer konnten wir eine Menge Informationen sammeln, die uns bei unseren Bemühungen helfen, Pythons in den Everglades unter Kontrolle zu halten“, sagt Behördenchef Nick Wiley.

Schlangen werden zur Plage

Die Population burmesischer Pythons hat in Südflorida seit den 70er-Jahren sprunghaft zugenommen. Wahrscheinlich wurden die ersten Exemplare von Menschen ausgesetzt, denen die Tiere über den Kopf wuchsen. Die Pythons können bis zu fünfeinhalb Meter lang werden, normalerweise sind es jedoch lediglich gute zweieinhalb Meter.

Seit ihrer Ankunft in den Everglades sind Kaninchen und Füchse dort ausgestorben. Bestimmten Luchsarten, Opossums und Waschbären droht Studien zufolge dasselbe Schicksal. In den USA besteht ein Importverbot für burmesische Pythons. „Mit unserer Jagd und Gottes Hilfe werden wir das Problem vielleicht in den Griff kriegen“, meint Ron Bergeron von der Florida Fish and Wildlife Conservation Commission, und es klingt beinahe wie ein Stoßgebet.

Zweifel am Sinn der Jagd

Bei der jüngsten Jagd ließen jedoch nur 68 Schlangen ihr Leben. Im Vergleich zu den geschätzten 150.000, die in Südflorida leben, nicht eben viel. Berichten zufolge bekam der Großteil der Jäger nicht einmal eine Schlange zu Gesicht. Die kleine Ausbeute ließ Zweifel aufkommen, ob das die groß angelegte Aktion wert war. „Wir müssen klären, ob diese Maßnahme effektiv hilft, der Problematik Herr zu werden“, sagt Biologin Cheryl Millett von der Naturschutzorganisation Nature Conservancy. „Da sind wir uns noch nicht sicher.“

Wo Erkenntnisse fehlen, bleibt erstmal wenigstens Jägerlatein. Ruben Ramirez aus Miami belegte den ersten Platz unter den Berufsjägern. Er erklärt seinen Erfolg damit, dass er und seine Mannschaft den Schlangen morgens und an kalten Tagen aufgelauert hätten. Auf ihrer Suche nach Sonne machten die Pythons dann mit Ramirez kurze Bekanntschaft. „Wir haben viele Jahre Erfahrung“, sagte George Brana aus der Ramirez-Gruppe stolz. „Wir wissen, wo man suchen muss.“ Der Aufwand war erheblich: Sie nutzten 27 der 30 zur Verfügung stehenden Tage für die Jagd. Dafür benötigten sie 2.500 Dollar für Treibstoff und Verpflegung. Ihre Siegesprämie betrug gerade 1.500 Dollar.

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