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Ekel-Fahrt für Passagiere zu Ende

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15.02.2013

"Carnival Triumph" Ekel-Fahrt für Passagiere zu Ende

„Carnival Triumph“ legt an US-Küste an – Reederei-Chef entschuldigt sich.

Washington – Für rund 4000 Menschen an Bord des havarierten Kreuzfahrtschiffs „Carnival Triumph“ ist späten Donnerstagabend (Ortszeit) eine tagelange Ekel-Fahrt zu Ende gegangen. Sie konnten das Schiff verlassen, wo seit Sonntag nach einem Brand Toiletten und Klimaanlage nur noch teilweise funktionierten. Der Chef der Reederei, Gerry Cahill, entschuldigte sich bei den Reisenden. „Die Situation war unglaublich schwierig und es tut uns leid“, sagte Cahill bei der Ankunft des Riesenkreuzers in der Hafenstadt Mobile im US-Bundesstaat Alabama.

„Ich bin sehr dankbar, dass das Schiff angelegt hat und dass alle sicher sind“, ergänzte Cahill. Er dankte auch der Küstenwache und dem Hafen, der das von Schleppern dorthin gezogene Schiff aufnahm. Die Reederei teilte über den Kurznachrichtendienst Twitter mit, dass Cahill an Bord gehen und mit den Passagieren reden wollte.

Die ersten Passagiere verließen etwa eine Stunde nach dem Anlegen das Kreuzfahrtschiff. Es sollte allerdings vier bis fünf Stunden dauern, bis alle rund 3000 Reisenden von Bord waren. An Land warteten warme Getränke, Essen, Decken und Mobiltelefone auf die Urlauber, die bei ihrer Ankunft von den Decks hinunter winkten und schrien. Rund hundert Busse standen bereit, um die Passagiere in Hotels zu bringen. Ein Teil der rund 1000 Crew-Mitglieder soll der Reederei zufolge an Bord bleiben, um das Schiff am Freitag zur Reparatur in die Werft zu bringen.

Das Martyrium für die mehr als 4.000 Menschen hatte am Sonntag begonnen hatte: nach einem Brand im Maschinenraum waren Toiletten und Klimaanlage teilweise lahmgelegt. Passagiere berichteten in Telefoninterviews mit verschiedenen Fernsehsendern vom penetranten Gestank menschlicher Exkremente, wegen dem sich andauernd Reisende übergeben müssten. Besatzungsmitglieder hätten Passagiere aufgefordert, ihr Geschäft in Tüten zu verrichten und in Duschen zu pinkeln, erzählte eine Frau dem US-Fernsehsender CNN schon vor Tagen. „Es ist ekelerregend“, fasste sie die Situation an Bord zusammen.

„Unser Unternehmen wurde mit der Idee gegründet, Amerikanern, die Spaß haben wollen, tolle Ferien zu bereiten und wir haben bei dieser Kreuzfahrt klar versagt“, räumte die Reederei im Kurznachrichtendienst Twitter nach der Ankunft ein. Carnival Cruise Lines will alle Transportkosten tragen und havariebedingte Zusatzausgaben erstatten.

Den Passagieren soll der gesamte Reisepreis samt ihrer Ausgaben an Bord plus 500 Dollar Entschädigung zurückgezahlt werden. Einen Gutschein für eine künftige Reise mit einem Schiff des Reederei-Konzerns, zu dem auch die voriges Jahr in Italien gekenterte „Costa Concordia“ gehört, soll es obendrauf geben. 14 weitere Kreuzfahrten mit der „Carnival Triumph“ wurden abgeblasen.

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