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06.05.2017

US-Ökonom Rifkin Europa kann USA wirtschaftlich überholen

„Es ist jetzt nur ein wenig voraus, aber der Vorsprung wird wachsen.“

Washington – Der US-Ökonom Jeremy Rifkin glaubt, dass Europa das Zeug hat, in den kommenden Jahren wirtschaftlich an den USA vorbeizuziehen. Verantwortlich dafür sei auch US-Präsident Donald Trump, der nicht verstanden habe, vor welch tiefgreifendem Wandel die modernen Volkswirtschaften stünden und es deshalb versäume, die richtigen Maßnahmen zu ergreifen, sagte Rifkin der „Welt am Sonntag“.

Europa sei hier weiter, glaubt er: „Wenn Europa alles richtig macht, kann es die USA wirtschaftlich überholen.“ Europa sei beispielsweise besser auf die Umwälzungen in der Energiebranche vorbereitet. Die deutsche Energiewende hin zu erneuerbaren Energien und dezentralen Stromnetzen nehme eine Entwicklung vorweg, die sich in den kommenden Jahren weltweit abspielen werde.

Europa sei hier schon viel weiter als andere Regionen, sagte Rifkin. Das gelte auch für den Wandel hin zu vernetzten selbstfahrenden Autos. „Deshalb wird Europa den USA wahrscheinlich vorweg gehen“ prognostizierte der Ökonom. „Es ist jetzt nur ein wenig voraus, aber der Vorsprung wird wachsen, denn in den USA versteht kaum jemand, was in den kommenden Jahrzehnten passieren wird.“

Europa setze in diesen Bereichen die richtigen Prioritäten – ganz im Gegensatz zum neuen US-Präsidenten: „Trump will eine Infrastruktur-Revolution; das ist sein wirtschaftliches Programm“, sagte Rifkin. „Aber er will zurück zur Infrastruktur der alten Generation, die den Höhepunkt ihrer Produktivität schon längst überschritten hat. Er will zurück zur Kohle, zu fossilen Brennstoffen, zu Verbrennungsmotoren, aber damit lässt sich keine zusätzliche Produktivität gewinnen. Wenn es nicht so traurig wäre, es wäre geradezu komisch.“

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