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Unternehmen blicken optimistisch in die Zukunft

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20.04.2012

Ifo-Index Unternehmen blicken optimistisch in die Zukunft

Ifo-Index steigt zum sechsten Mal in Folge – Sinn: Deutsche Wirtschaft zeigt sich widerstandsfähig.

München – Die deutsche Wirtschaft entwickelt sich besser als von Experten erwartet. Der Ifo-Geschäftsklimaindex stieg im April zum sechsten Mal in Folge. Der wichtigste Gradmesser für die Konjunktur in Deutschland legte leicht von 109,8 Punkten im März auf nun 109,9 Zähler zu, wie das Münchner Ifo-Institut am Freitag mitteilte. Beobachter hatten mit einem leichten Minus auf 109,5 Punkte gerechnet.

„Die deutsche Wirtschaft zeigt sich widerstandsfähig“, sagte Ifo-Chef Hans-Werner Sinn. Ihre aktuelle Lage hätten die rund 7.000 befragten Firmen leicht besser als im März beurteilt. Die Erwartungen für die kommenden sechs Monate sehen sie laut Ifo als unverändert gut an.

In der Industrie habe sich das Geschäftsklima im Vergleich zum Vormonat wieder verbessert, erläuterte Sinn. Die befragten Firmen beurteilten sowohl ihre aktuelle Geschäftslage als auch ihre Geschäftsaussichten deutlich positiver. Die Kapazitäten seien stärker ausgelastet als zuletzt. Die Unternehmen stellten weiter Mitarbeiter ein, allerdings „wollen sie die Zahl ihrer Beschäftigten etwas behutsamer erhöhen als im vergangenen Monat“, sagte der Ifo-Chef.

Im Einzelhandel sei der Index minimal gestiegen – die Händler gingen von einer verschlechterten Geschäftssituation, aber besseren Aussichten aus. Im Großhandel ist es laut Ifo genau umgekehrt: Die Firmen seien mit ihre aktuellen Lage mehrheitlich zufrieden, die Erwartungen hätten sich jedoch etwas eingetrübt. Insgesamt ist der Index für den Großhandel leicht gefallen.

Auch im Bauhauptgewerbe sank der Geschäftsklimaindex, wie Sinn sagte. Die befragten Unternehmer berichteten sowohl von einer leicht verschlechterten Geschäftslage als auch von schlechteren Erwartungen.

Ifo-Konjunkturexperte Gernot Nerb bezeichnete dieses Minus im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dapd als „leichte Delle“. Trotz der Schwierigkeiten in der Eurozone befinde sich „der Bau noch immer im Aufwärtstrend“. Die Auftragssituation sei nach wie vor gut.

Ihre Wettbewerbsfähigkeit schätzten die Firmen bei dieser Befragung positiver ein als zuletzt. Sowohl im heimischen Markt als auch im Export sähen sie sich noch besser aufgestellt, sagte Nerb. Als positives Zeichen für die Konjunktur bewertete er auch die gestiegenen Erwartungen der Lkw-Hersteller. Dies spreche für eine weltweit verbesserte Wirtschaftslage. Als Risiko schätzte Nerb die Eurokrise ein. Allerdings hätten die Maßnahmen zur Verbesserung der Brandmauer die Lage beruhigt.

Der Anstieg des Ifo-Index hatte auf den deutschen Aktienmarkt keine nachhaltig positive Wirkung. Nachdem der Leitindex DAX kurz nach Veröffentlichung der Zahlen zunächst deutlich anzog, verlor er im Laufe des Vormittags wieder und lag gegen 11.00 Uhr sogar 0,1 Prozent im Minus bei 6.664 Punkten.

Am Donnerstag hatten die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute ihre Wachstumsprognose für Deutschland von 0,8 auf 0,9 Prozent angehoben. Im kommenden Jahr rechnen sie mit einem Plus von 2,0 Prozent.

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