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Unschön in Richtung Meisterschaft

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19.02.2012

Borussia Dortmund Unschön in Richtung Meisterschaft

Borussia Dortmund ist nach dem Sieg bei Hertha BSC weiter in der Erfolgsspur.

Berlin – Jürgen Klopp hatte nach dem Spiel bei Hertha BSC allen Grund, unter seinem tief ins Gesicht gezogenen Baseballcap nonstop hervorzugrinsen. 1:0 (0:0) hatte die Mannschaft des Trainers von Borussia Dortmund durch den Treffer von Kevin Großkreutz (66. Minute) bei Hertha BSC gewonnen. Der sechste Sieg in Folge war eingefahren, seit 16 Spielen ist die Mannschaft ungeschlagen. Letzteres ist Klubrekord.

Es läuft bei der Borussia, und es darf gelacht werden. Was insofern am Samstagnachmittag etwas problematisch war, als beim Gegner genau das Gegenteil der Fall ist: Hertha hat sei elf Spielen nicht mehr gewonnen. Es läuft nicht beim Hauptstadtklub, und viel zu lachen gibt es dementsprechend auch nicht. Klopp bewies aber Empathie und gab sich viel Mühe, den Berlinern gut zuzureden.

“Puh”, sagte er auf der Pressekonferenz, “das war richtig harte Arbeit.” Die Interimstrainer Rene Tretschok und Ante Covic hätten Hertha BSC “richtig gut eingestellt”, lobhudelte er weiter. Und Otto Rehhagel, der am Sonntag offiziell als neuer Hertha-Trainer vorgestellt wurde, halte er “für einen überragenden, großartigen Trainer”, der “an beiden Enden brennt”. Auf die Frage, ob es Mannschaften gebe, auf die ein Trainer einfach kein Zugriff habe, sagte er: “Es gibt immer einen Weg, aber vielleicht hatte ich auch immer Glück mit meinen Mannschaften.”

Die Verbindung Klopp und Borussia Dortmund, so viel lässt sich nach dreieinhalb Jahren sagen, ist eine glückliche. Nach 22 Spieltagen steht Borussia Dortmund drei respektive vier Punkte vor den Verfolgern Mönchengladbach und Bayern München. Dabei scheint die Mannschaft sich in einem Punkt im Vergleich zur vergangenen Spielzeit sogar noch verbessert zu haben: Borussia Dortmund gewinnt auch die sogenannten dreckigen Spiele – Spiele wie jenes gegen Hertha BSC. “In Schönheit werden wir am Ende nicht Deutscher Meister”, sagte BVB-Kapitän Sebastian Kehl dann auch sinngemäß.

Die Voraussetzungen waren nicht die besten gewesen für Borussia. Die Mannschaft von Hertha stand nach der Entlassung von Trainer Michael Skibbe in der Pflicht. “Angeschlagene Boxer sind die gefährlichsten”, hatte der frühere Hertha-Profi Andreas “Zecke” Neuendorf kurz vor dem Spiel noch deutlich gemacht. Hinzu kam, dass den Dortmundern in dem langzeitverletzten Mario Götze sowie dem zuletzt überragenden Japaner Shinji Kagawa (Außenbandanriss) die beiden Kreativkräfte schlechthin im Mittelfeld nicht zur Verfügung standen. “Wir haben so einen guten Kader, dass wir Ausfälle gut kompensieren können”, sagte Kehl. Den Ausfall von Kagawa wollte Klopp mit einer stark hängenden Spitze Robert Lewandowski auffangen; Lucas Barrios rückte dafür in die Sturmzentrale.

Doch das Fehlen des quirligen Kagawa machte sich schnell bemerkbar. Lewandowski beschwerte sich später über die vielen Fouls, die ihnus dem Tritt gebracht hätten. Meistens aber gelang es der gut organisierten und hellwachen Hertha-Defensive mit einem überragenden Innenverteidiger Roman Hubnik mit fairen Mitteln, das Offensivspiel der Dortmunder zu unterbinden. Die 74.244 Zuschauer im ausverkauften Olympiastadion sahen ein abwechslungsreiches Spiel mit großen Chancen auf beiden Seiten. Dass am Ende die Dortmunder durch einen sehenswerten Treffer des gedankenschnellen Großkreutz als Sieger vom Platz gingen, hatte laut Tretschok wenig mit Glück oder Unglück zu tun: “Das Tor war frustrierend, aber es zeigt die Mentalität von Dortmund. Da müssen wir hinkommen.”

Und den Weg dorthin soll Otto Rehhagel weisen. Der 73-Jährige wird bereits beim nächsten Spiel der Berliner in Augsburg auf der Trainerbank sitzen. Zuletzt hatte Rehhagel vor über zwölf Jahren eine Mannschaft in der Bundesliga trainiert. Auch gilt er eher als Vertreter der alten Schule, sowohl was die Spieltaktik als auch die Trainingsmethodik betrifft. So richtig zu stören scheint das bei Hertha aber niemanden. “Mehr Erfahrung geht nicht”, brachte Berlins Mittelfeldspieler Peter Niemeyer auf den Punkt, worauf die Hoffnungen von Hertha BSC ruhen.

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