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27.12.2010

Union will Vier-Bett-Zimmer in Krankenhäusern abschaffen

Berlin – Die nächste Gesundheitsreform soll nach dem Willen der Union deutliche Verbesserungen für Patienten bringen. In Krankenhäusern soll es dann auch für gesetzlich Versicherte nur noch Zwei-Bett-Zimmer geben, sagte der CDU-Gesundheitsexperte Jens Spahn der „Süddeutschen Zeitung“.

Bei den niedergelassenen Medizinern müsse der Service deutlich besser werden. Fachärzte etwa sollten Termine innerhalb von drei Wochen vergeben und diese auch einhalten. Kassenpatienten müssten häufig noch zu viert in einem Zimmer liegen, sagte Spahn. „Das wird den Bedürfnissen der Menschen einfach nicht mehr gerecht, das ist etwa für einen Krebskranken eine ziemliche Zumutung.“ Das Vorhaben soll in das Versorgungsgesetz verankert werden, das die Koalition 2011 verabschieden wird. Erste Eckpunkte sollen nach Spahns Aussagen schon Ostern vorliegen.

In dem Regelwerk soll es nach seinen Worten Anreize für die Kliniken geben, die Zahl der Betten pro Zimmer zu reduzieren. „Wer noch Vier-Bett-Zimmer anbietet, bekommt dann weniger Geld.“ Spahn verwies auf den reichlich vorhandenen Platz. In den vergangenen zehn Jahren sei die Dauer des durchschnittlichen Klinik-Aufenthalts deutlich gesunken. Damit sei auch die Zahl der benötigten Betten zurückgegangen. „Die meisten Krankenhäuser könnten ohne Probleme auf Zwei-Bett-Zimmer umstellen,“ schlussfolgerte er.

Nach Spahns Aussagen wird die schwarz-gelbe Koalition zudem jede einzelne Klinik dazu verpflichten, die Zahl der Infektionen zu veröffentlichen, die durch Krankenhauskeime entstanden sind. In Deutschland sei die Zahl dieser Erkrankungen deutlich höher als beispielsweise in den Niederlanden. „Da müssen wir was tun. Wir brauchen einen Wettbewerb der Kliniken, bei dem es darum geht, die wenigsten Infekte zu haben.“

Notwendig sei eine Art Keimregister mit einem allseits verständlichen Benotungssystem. „Wer wenig Keime hat, kriegt fünf Sterne, wer viele hat nur einen oder keinen.“ Der Patient solle sich selbst ein Bild machen können. Die Versicherten müssten auch in anderen Bereichen vom geplanten Versorgungsgesetz profitieren, sagte Spahn.

Kliniken und Ärzte hätten in den vergangenen zwei Jahren insgesamt 8,5 Milliarden Euro zusätzlich bekommen. „Das ist eine Riesensumme und die muss sich jetzt in einer besseren Versorgung bemerkbar machen.“

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