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© Eric Ward / CC BY-SA 2.0

20.05.2016

Umfrage zu sozialer Gerechtigkeit Fast drei Viertel halten etablierte Parteien für realitätsfremd

Mehrheit der Deutschen findet soziale Verhältnisse ungerecht.

Berlin – Die SPD kämpft am Rande der 20-Prozent-Marke um ihren Status als Partei der sozialen Gerechtigkeit, die AfD sammelt Protestwähler ein, und die Panama Papers zeigen die vielfältigen Steuersparmöglichkeiten von Superreichen auf. Wie sozial gerecht ist Deutschland eigentlich in den Augen seiner Bürger? Und nehmen die etablierten Parteien die Lebenssituation ihrer Wähler überhaupt noch wahr?

In einer repräsentativen N24-Emnid-Umfrage halten fast drei Viertel der Befragten (74 Prozent) die etablierten Parteien für realitätsfremd. Auf die Frage, ob sich die etablierten Parteien von der Lebensrealität der deutschen Bevölkerung entfernt haben, antworten 42 Prozent mit „ja, stark“ und weitere 32 Prozent sogar mit „ja, sehr stark“.

Nur 20 Prozent der Deutschen finden, die Parteien hätten sich „eher nicht“ von der Lebensrealität entfernt. 2 Prozent meinen, die Parteien seien „gar nicht“ realitätsfremder geworden.

Die kritisierte Realitätsferne der etablierten Parteien fällt zusammen mit einem tief empfundenen Ungerechtigkeitsgefühl. So bezeichnen 61 Prozent der Befragten die gesellschaftlichen Verhältnisse als insgesamt ungerecht. Nur 35 Prozent der Deutschen empfinden die gesellschaftlichen Verhältnisse als gerecht.

Die größten sozialen Ungerechtigkeiten sehen die Deutschen bei der Verteilung der Steuerlast: Hier beklagen 71 Prozent der Befragten eine große Ungerechtigkeit, gefolgt von der generellen Vermögensverteilung (67 Prozent) und ungleichen Bildungschancen (53 Prozent). Bei Karrieremöglichkeiten vermuten 48 Prozent der Deutschen große soziale Ungerechtigkeiten. 47 Prozent der Befragten meinen, sozial Bessergestellte hätten ganz allgemein größere Möglichkeiten auf die Gesellschaft Einfluss zu nehmen als sozial Schwächere.

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