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28.09.2014

Umfrage bei deutschen Hilfswerken Spenden für Flüchtlinge aus Nordirak übertreffen Erwartungen

Die Deutschen spenden eher, wenn es in Konflikten einen „ganz klar Bösen“ gibt .

Berlin – Die Deutschen spenden so viel für die Flüchtlinge aus dem Nordirak, dass es die Erwartungen der Hilfsorganisationen weit übertrifft. Dagegen sind die Helfer überrascht, wie wenig Geld bisher zusammengekommen ist, um die Ebola-Katastrophe in Westafrika einzudämmen. Auch die Ukraine-Krise und der Gaza-Konflikt haben die Deutschen nicht übermäßig zum Spenden verleitet. Das ist das Ergebnis einer Umfrage der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ bei deutschen Hilfswerken.

Caritas International etwa hat in diesem Jahr schon mehr als fünf Millionen Euro für den Nordirak gesammelt, für die Ukraine dagegen lediglich 100.000 Euro und für die Ebola-Prävention sogar nur 11.000 Euro.

Auch die Diakonie Katastrophenhilfe erhielt mehr als drei Millionen Euro für den Nordirak, während es für die Ukraine lediglich 400.000 Euro waren und auf dem Ebola-Konto nur 41.000 Euro.

Die „Aktion Deutschland hilft“ hat für den Nordirak in nur anderthalb Monaten mehr Spenden gesammelt als für Flüchtlinge aus Syrien und Nahost in mehr als zwei Jahren, nämlich 4,2 Millionen Euro im Vergleich zu 3,8 Millionen Euro. Für Gaza kamen dort in knapp zwei Monaten nur gut 200.000 Euro zusammen. Ein Ebola-Konto hat das Bündnis erst am Freitag geöffnet.

Hilfswerke beobachten, dass die Deutschen mehr spenden, wenn es in Konflikten einen „ganz klar Bösen“ gibt – wie die IS-Kämpfer im Irak. Getoppt wird das nur bei Naturkatastrophen: Für die Opfer des Taifuns Haiyan auf den Philippinen Ende 2013 kamen bei der „Aktion Deutschland hilft“ ganze 33 Millionen Euro zusammen.

Im Gaza- und auch im Ukraine-Konflikt sind viele nicht ganz sicher, wer Täter und wer Opfer ist. Bei Ebola mangelt es wegen der Ansteckungsgefahr an Bildern von Opfern, heißt es in dem Zeitungsbericht. Auch sind die Projekte selbst oft nicht direkt bei den tatsächlich Kranken angesiedelt, sondern beschränken sich auf Aufklärung in nicht betroffenen Gegenden in der Nähe.

Beim Deutschen Roten Kreuz, das nun auch Ebola-Kranke behandeln will, sind in knapp zwei Wochen immerhin 30.000 Euro zusammengekommen. Die Organisation Ärzte ohne Grenzen, deren Mediziner tatsächlich schon in Afrika im Einsatz sind, verzeichnete in jüngster Zeit deutlich gestiegene Spendeneinnahmen, konnte aber Ende der Woche keine Zahlen nennen.

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