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Frau auf einer Rolltreppe

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23.10.2019

Umfrage Mehrheit für mehr Frauen in Spitzenpositionen

Mehr Macht für Frauen wäre nicht gleichbedeutend mit einer besseren Politik.

Berlin – Eine große Mehrheit der Bundesbürger spricht sich dafür aus, dass Frauen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft mehr Verantwortung übernehmen. Das ergab eine Umfrage, die das Meinungsforschungsinstitut Kantar Emnid für die CDU-nahe Konrad-Adenauer-Stiftung erstellt hat und über welche die „Welt“ (Mittwochsausgabe) berichtet.

Demnach würden es 78 Prozent der Befragten begrüßen, wenn Frauen mehr verantwortungsvolle Positionen übernehmen. 83 Prozent der Frauen und 72 Prozent der Männer äußerten sich entsprechend. Mehr Frauen in verantwortlichen Positionen wünschen sich demnach jeweils neun von zehn Deutschen in Unternehmen, Verwaltung, Universitäten und Gerichten. Aber auch Regierungen und Parteien sollen weiblicher werden, finden 87 beziehungsweise 85 Prozent.

Weibliche Befragte wünschen sich zu 92 Prozent, männliche immerhin zu 77 Prozent eine stärkere Rolle von Frauen in den Parteien. Am wenigsten stark ist dieser Wunsch im Fall der Bundeswehr ausgeprägt: 57 Prozent aller Befragten wünschen sich hier laut Kantar Emnid mehr weiblichen Einfluss.

Gleichwohl sind längst nicht alle Deutschen davon überzeugt, dass mehr Macht für Frauen gleichbedeutend wäre mit einer besseren Politik. 44 Prozent erwarten keine Veränderung. Mit einer Verbesserung rechnen 41 Prozent der Befragten. Gar eine Verschlechterung erwarten sieben Prozent. Hier gibt es deutliche Unterschiede nach Geschlecht, Alter und Parteipräferenz: Während die Hälfte der Frauen durch eine größere weibliche Repräsentation eine Verbesserung der Politik erwartet, ist es bei den Männern nur ein knappes Drittel.

Nach Partei-Sympathien betrachtet rechnen laut Kantar Emnid vor allem Grünen-Anhänger (57 Prozent) mit einem positiven Einfluss von Frauen. Bei Unterstützern der AfD sind es 21 Prozent; 32 Prozent von ihnen erwarten sogar eine Verschlechterung der Politik, wenn mehr Frauen daran beteiligt sind. Im Vergleich der Altersgruppen betrachten Ältere von 65 bis 74 Jahren den möglichen Einfluss von Frauen in der Politik am optimistischsten: 57 Prozent sehen diesen positiv; bei den jungen Erwachsenen zwischen 25 und 34 Jahren sind es hingegen nur 29 Prozent.

In der Frage nach einer Frauenquote für das Parlament zeigen sich die Bundesbürger gespalten: 49 Prozent sprechen sich dafür aus, dass der Staat „Maßnahmen ergreift, damit mehr Frauen in den Bundestag kommen“. Fast genauso viele – 46 Prozent – sind dagegen, fünf Prozent unentschlossen. Während bei den weiblichen Befragten laut der Umfrage von Kantar Emnid, über welche die „Welt“ berichtet, eine Mehrheit von 58 Prozent für eine Quote ist (36 Prozent sind dagegen), lehnt eine Mehrheit der männlichen Teilnehmer von 56 Prozent eine solche Vorgabe ab (40 Prozent dafür).

Gräben verlaufen auch entlang der Parteipräferenz: Mehrheitliche Zustimmung erzielt die Quote bei den Anhängern von Grünen (57 Prozent Zustimmung), SPD (56), Linkspartei (55) und Union (52). Auf Ablehnung stößt sie hingegen bei den Anhängern von FDP (73 Prozent) und AfD (70).

Für die Erhebung befragte Kantar Emnid für die Konrad-Adenauer-Stiftung im Zeitraum vom 18. September bis zum 7. Oktober 2019 insgesamt 2.040 Wahlberechtigte, 1.016 in den westdeutschen und 1.024 in den ostdeutschen Bundesländern.

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