Nachrichten und Schlagzeilen aus aller Welt - Wirtschaft - newsburger.de

Menschen in einer Fußgängerzone

© über dts Nachrichtenagentur

12.10.2014

Umfrage Immer mehr Angriffe auf Mitarbeiter des Öffentlichen Dienstes

„Wir müssen in öffentlichen Gebäuden Umbaumaßnahmen erwägen.“

Berlin – Immer häufiger kommt es zu Angriffen auf Mitarbeiter des Öffentlichen Dienstes: Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage des Deutschen Beamtenbunds (dbb) bei seinen Landesverbänden und Partnergewerkschaften. Man habe eine „eindeutige Rückmeldung“ bekommen, sagte der dbb-Bundesvorsitzende Klaus Dauderstädt der „Welt am Sonntag“.

„Die Gewalt gegen Bedienstete des Öffentlichen Dienstes nimmt drastisch zu.“ Es handle sich dabei nicht um ein Großstadtphänomen, sondern um eines, das keine regionalen Grenzen kenne. Aktuell erlebe man auch in Verwaltungsbereichen, in denen es um Hartz IV oder andere Zweige der Sozialversicherung gehe, ein „Ausufern der Gewalt“.

Die Erhebung des Beamtenbundes zeigt nach Worten Dauderstädts auch auf, dass die Gewaltbereitschaft quer durch die Milieus gestiegen ist. „Es handelt sich um eine Verrohung der Sitten. Der Umgangston in diesem Land hat sich verändert“, beklagte der ddb-Chef.

Der Staat werde als Institution, der man Respekt entgegenbringt, nicht mehr wahrgenommen. „Der Staat entwickelt sich für immer mehr Gesellschaftsschichten zum Gegner.“ Der Beamtenbund forderte die Politik auf zu handeln. „Die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes, deren Aufgabengebiete Konfliktpotenzial haben, sollten Deeskalations-Schulungen erhalten“, sagte Dauderstädt.

„Wir müssen in öffentlichen Gebäuden Umbaumaßnahmen erwägen. Metalldetektoren am Eingang von Gebäuden könnten mancherorts sinnvoll sein. Der rote Notfallknopf am Schreibtisch, wie man ihn aus Banken und von Juwelieren kennt, sollte vielleicht bald zur Ausstattung von Behördenmitarbeitern gehören.“

Dauderstädt nannte auch die Abschaffung von Einzelbüros, damit Mitarbeiter nicht allein in einem Raum mit Besuchern sind. Er appellierte: „Die Politik muss handeln.“

In Schleswig-Holstein reagiert die Landesregierung auf die tödlichen Schüsse von Rendsburg. Das Kieler Finanzministerium will die Alarmsysteme in den Finanzämtern überprüfen und sie so schnell wie möglich erweitern, wie das Ministerium der „Welt am Sonntag“ mitteilte. Auch die Anschaffung neuer Systeme wird demnach erwogen.

Finanzministerin Monika Heinold (Grüne) sagte der Zeitung: „Hundertprozentige Sicherheit wird es nie geben, aber was wir tun können, werden wir machen.“

Weitere interessante Artikel

Unterstützen durch teilen: Sie können unsere Arbeit ganz einfach unterstützen indem Sie diesen Artikel auf einer der folgenden Social Media Plattformen teilen. Jeder geteilte Artikel hilft uns. Dankeschön!
Google+ Xing

© dts Nachrichtenagentur / newsburger.de

URL zum Artikel: newsburger.de/umfrage-immer-mehr-angriffe-auf-mitarbeiter-des-oeffentlichen-dienstes-73482.html

Weitere Nachrichten

Agentur für Arbeit Jobcenter Goslar

Symbolfoto © Rabanus Flavus / Public Domain

Bericht Jobcenter Stade zieht Sexpartner-Fragebogen zurück

Das Jobcenter im niedersächsischen Stade hat einen umstrittenen Fragebogen zurückgezogen, mit dem eine Hartz-IV-Antragstellerin aufgefordert wurde, ...

Mercedes-Benz CL 500 Daimler

© Matthias93 / gemeinfrei

Daimler Nicht auf die Kaufprämie für E-Autos verlassen

Daimler-Vorstandsmitglied Ola Källenius hat vor zu hohen Erwartungen an die Kaufprämie für Elektroautos gewarnt. "Wir dürfen uns nicht darauf verlassen", ...

Institut der deutschen Wirtschaft Koeln

© T.Voekler / gemeinfrei

IW-Studie Brexit kostet Deutschland 0,25 Prozentpunkte Wachstum 2017

Der absehbare EU-Austritt Großbritanniens wird das deutsche Wirtschaftswachstum nach einer Schätzung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) bereits ...

Weitere Schlagzeilen