Nachrichten und Schlagzeilen aus aller Welt - Politik - newsburger.de

Basilius-Kathedrale in Moskau

© über dts Nachrichtenagentur

12.03.2015

Ukraine-Konflikt Altkanzler Schmidt fordert mehr Verständnis für Lage Russlands

Russland und Europa täten „gut daran zusammenzuhalten“.

Berlin – Der ehemalige Bundeskanzler Helmut Schmidt (SPD) mahnt Deutschland und Europa dazu, sich stärker in die Rolle des russischen Präsidenten Wladimir Putin hineinzuversetzen. Andernfalls sei „nicht völlig ausgeschlossen“, dass „aus dem Konflikt um die Ukraine sogar ein heißer Krieg wird“, sagte Schmidt gegenüber „Bild“ (Donnerstag).

Die großen Sorgen Putins gälten weniger der Ukraine, Polen oder Litauen, sondern den Nachbarn China, Pakistan und „ehemaligen Teilstaaten wie Kasachstan, Kirgisistan, Tadschikistan, Usbekistan“, saget Schmidt. Dem gegenüber sei Putin „die Zukunft der Ukraine weniger wichtig“.

Russland sei von den Beschlüssen der EU zur Ost-Erweiterung Anfang der 90er-Jahre in einer „Wild-West-Periode“ unter Präsident Boris Jelzin überrascht worden. „Das rächt sich heute“, sagte der Altkanzler, „denn Jelzins Nachfolger Wladimir Putin hat Russland wieder internationale Beachtung verschafft, die es in den 90er-Jahren nicht hatte. Putins Politik muss uns nicht gefallen. Aber wir müssen sie aus der Geschichte verstehen und ernst nehmen.“

Europa und der Westen müssten im Umgang mit Russland berücksichtigen, dass die weltpolitische Bedeutung ihrer Regionen stetig abnehme, mahnt Schmidt: „Bis 2050 wird die Menschheit von heute über sieben auf über neun Milliarden Menschen anwachsen. Und nur drei Regionen in der Welt werden in dieser Zeit schrumpfen: Europa, Russland und Japan. Das verschiebt die Gewichte der Macht auf dem ganzen Erdball.“

Russland und Europa täten deshalb „gut daran zusammenzuhalten, statt sich zu spalten. Sonst werden sie in wenigen Jahrzehnten kaum noch eine Rolle spielen – weder wirtschaftlich noch politisch.“

Weitere interessante Artikel

Unterstützen durch teilen: Sie können unsere Arbeit ganz einfach unterstützen indem Sie diesen Artikel auf einer der folgenden Social Media Plattformen teilen. Jeder geteilte Artikel hilft uns. Dankeschön!
Google+

© dts Nachrichtenagentur / newsburger.de

URL zum Artikel: newsburger.de/ukraine-konflikt-altkanzler-schmidt-fordert-mehr-verstaendnis-fuer-lage-russlands-80147.html

Weitere Nachrichten

Flüchtlingslager

© über dts Nachrichtenagentur

Bericht Wieder mehr Flüchtlinge über „Mittelmeerroute“

Die Zahl der Flüchtlinge über das Mittelmeer hat wieder zugenommen. Zwischen Jahresbeginn und dem 22. Juni registrierte Italien 71.978 Neuankömmlinge, die ...

Flughafen Leipzig/Halle

© über dts Nachrichtenagentur

Bericht Bundesregierung sagt Abschiebeflug nach Afghanistan ab

Die Bundesregierung hat laut eines Berichts von "Spiegel Online" einen für kommenden Mittwoch geplanten Abschiebe-Flug für abgelehnte Asylbewerber ...

Bundeswehr-Panzer "Marder"

© über dts Nachrichtenagentur

Bericht Nato-Generalsekretär unterstützt Bundeswehrreform

Nach Ansicht von Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg bewegt sich Deutschland bei der Übernahme von Lasten in der Nato in die richtige Richtung. ...

Weitere Schlagzeilen