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Im Hospital

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22.05.2015

Ukraine Gefangene bezeichnen sich als russische Soldaten

Ihnen droht eine Anklage wegen Terrorismus.

Moskau/Kiew – Zwei im Kriegsgebiet Donbass vom ukrainischen Militär gefangene Russen bezeichnen sich Berichten zufolge selbst als reguläre russische Soldaten.

Alexander A. sagte einem Reporter der Zeitung „Nowaja Gaseta“, er sehe sich trotz gegenteiliger Aussagen des Verteidigungsministeriums in Moskau weiter als Mitglied der Streitkräfte. „Ich habe noch nicht gekündigt“, bekräftigte auch sein gefangener Kamerad Jewgenij J.. Die kremlkritische Moskauer Zeitung veröffentlichte Videos der Interviews auf ihrer Webseite.

Die beiden Russen waren bei ihrer Gefangennahme am 16. Mai im Separatistengebiet Luhansk verletzt worden. Die ukrainischen Behörden verhörten sie, möglicherweise stehen sie unter großem Druck. Ihnen droht eine Anklage wegen Terrorismus.

Die Interviews mit den schwer bewachten Gefangenen führte der Reporter in einem Kiewer Krankenhaus. Die Männer sprachen langsam und wirkten erschöpft. Die russische Führung beharrt darauf, dass die beiden Ende 2014 aus dem Militärdienst ausgeschieden seien.

Jewgenij J. sagte, sie seien auf einer „geheimen Beobachtermission“ in der Ostukraine gewesen. „Ich habe einen Aufklärungseinsatz ausgeführt“, erzählte Alexander A. Die Ukraine wertet die Festnahme der beiden in der Konfliktregion als Beleg für eine sogenannte hybride Kriegführung Russlands. Moskau soll die prorussischen Separatisten im Donbass demnach mit Waffen und mit Kämpfern unterstützen, die keine Hoheitsabzeichen tragen.

Auch die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) bestätigte, die Männer hätten sich selbst als russische Soldaten bezeichnet. Einer der beiden habe im Gespräch mit OSZE-Beobachtern gesagt, er habe von seiner Einheit den Befehl erhalten, in die Ukraine zu gehen. Die Bundesregierung sei nicht allzu überrascht, dass es sich offenbar um russische Armeeangehörige handele, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes in Berlin.

Die beiden Gefangenen beklagten, dass sie bislang keinen Besuch von russischen Botschaftsmitarbeitern in Kiew bekommen hätten. „Ich verstehe, dass man mich nicht mehr als Militärangehörigen bezeichnen will. Aber ich bleibe doch Bürger meines Landes“, sagte J..

Kremlsprecher Dmitri Peskow betonte der Agentur Interfax zufolge, Russland tue alles, um die Gefangenen zu befreien. „Dies sind Bürger Russlands“, bekräftigte er. Das russische Außenministerium warf den ukrainischen Behörden vor, seinen Diplomaten keinen Zugang zu den Männern zu gewähren. Die Führung in Kiew wies dies Berichten zufolge zurück.

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