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Über 50 Tote bei Anschlag auf schiitische Pilger im Südirak

© AP, dapd

14.01.2012

Irak Über 50 Tote bei Anschlag auf schiitische Pilger im Südirak

Bombenattentat zu Gedenkfest.

Subair/Irak – Mindestens 53 schiitische Pilger sind am Samstag bei einem Bombenanschlag nahe der südirakischen Stadt Basra getötet worden. Neben den Toten seien 137 Verletzte in die Krankenhäuser eingeliefert worden, erklärte der Chef des Gesundheitsdienstes der Stadt, Rijad Abdul Amir. Der Zustand vieler Verletzter sei ernst, die Opferzahl könne daher weiter steigen, sagte er.

Bislang sei unklar, ob die Detonation nahe einem Heiligtum bei der Stadt Subair durch einen Selbstmordanschlag oder einen versteckten Sprengsatz verursacht worden sei, sagte ein Sprecher des Gouverneurs der Provinz. Ein Mitarbeiter des irakischen Militärgeheimdienstes, der in die Ermittlungen eingebunden war, sagte, die Bombe sei am Rand der Straße von Basra nach Subair deponiert gewesen. Sie war wegen der Pilger für den normalen Verkehr gesperrt worden.

Nach der lauten Explosion seien die Menschen in Panik umhergerannt, sagte der Regierungsangestellte Madschid Hussein, der einer der Pilger auf dem Weg zum Schrein war. “Ich sah mehrere Leichen und verwundete Menschen, darunter auch Kinder, auf dem Boden liegen und um Hilfe bitten. Es wurden auch einige Kinderwagen am Explosionsort zurückgelassen.”

Am Samstag begingen Schiiten das Ende des 40-tägigen Gedenkfests al Arbaun zu Ehren des Märtyrers Imam Hussein. Pilger, die nicht in die ihnen heilige Stadt Kerbela, südlich von Bagdad, reisen können, besuchen oft andere heilige Stätten wie den am Stadtrand von Subair gelegenen Imam-Ali-Schrein. Der Schrein ist eine Enklave innerhalb einer Enklave – ein schiitisches Heiligtum am Rande einer hauptsächlich von Sunniten bewohnten Stadt in einer schiitischen Provinz.

Der Anschlag ist der jüngste in einer Reihe von Attentaten. Seit Beginn des Gedenkfests Arbaun wurden im Irak mehr als 145 Menschen bei ähnlichen Angriffen getötet. Alle Anzeichen deuten auf sunnitische Aufständische als Verantwortliche für die Anschläge hin. Bislang reagierten die schiitischen Milizen jedoch zurückhaltend auf die Welle der Gewalt. Eine durch Anschläge und anschließende Racheakte befeuerte Gewaltspirale brachte den Irak 2006 an den Rand eines Bürgerkriegs.

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