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19.12.2009

Twitter wird zum Analyse-Tool für Erdbeben

San Francisco – Die Micro-Blogging-Community Twitter ist nicht nur ein beliebtes Kommunikationswerkzeug, sondern entwickelt sich auch zunehmend zu einem nützlichen wissenschaftlichen Analyse-Tool. Dass der Online-Dienst für Forschungszwecke durchaus Potenzial besitzt, zeigt ein aktuelles Projekt des United States Geological Survey (USGS), dem Geologischen Dienst der Vereinigten Staaten, der den Service nutzt, um nach aufgetretenen Erdbeben so schnell wie möglich einen umfassenden Überblick über die Ernsthaftigkeit der Erschütterungen und deren Auswirkungen zu bekommen.

Wie USGS-Wissenschaftler Paul Earle anlässlich einer ersten Vorstellung des „Twitter Earthquake Detection“ getauften Projekts auf dem Herbsttreffen der American Geophysical Union (AGU) wissen ließ, nutzen die Menschen den Micro-Blogging-Dienst sehr ausgiebig, um ihre Erfahrungen nach einem Erdbeben mit anderen zu teilen. Aus der Zahl der entsprechenden Postings ließe sich dann direkt auf die Stärke und Gefährlichkeit des jeweiligen Erdstoßes schließen.

Datenfülle und Schnelligkeit als Vorteile

Der wesentlichste Vorteil des neuartigen Analyseansatzes für Erdbeben liege vor allem in der Fülle und Schnelligkeit des verfügbaren Datenmaterials. „Twitter-Meldungen, die uns wertvolle Informationen liefern können, tauchen schon wenige Sekunden nach einem Beben auf. Bis die ersten wissenschaftlichen Daten eintreffen, dauert es in der Regel je nach Region zwischen zwei und 20 Minuten“, erklärt Earle gegenüber BBS News.

Um die enorme Masse an sogenannten „Tweets“ nach relevanten Informationen, die Aufschluss über Zeitpunkt, Ort, Ausmaß und Auswirkungen von Erdbeben geben können, zu durchforsten, setzt das USGS auf einen automatisiertes Computersystem. Dieses durchkämmt die Twitter-Nachrichten nach bestimmten Schlüsselwörtern in verschiedenen Sprachen und sortiert die zu Tage geförderten Ergebnisse in Listen je nach Inhalt und Ursprung.

Naheliegender Ansatz

„Twitter wird von seinen Usern in erster Linie genutzt, um persönliche Erfahrungen mit anderen zu teilen. Dass der Online-Dienst nun in den USA von Geologen als gesellschaftlicher Seismograf genutzt wird, ist eigentlich ein sehr naheliegender Ansatz“, meint Branchenkenner Klaus Eck, Inhaber von Eck Kommunikation. Der Micro-Blogging-Service habe in der Vergangenheit – beispielsweise bei der Schweinegrippe oder dem Tod Michael Jacksons – bereits des Öfteren bewiesen, dass er sich sehr gut als Tool eignet, um aktuelle Ereignisse, die die Menschen bewegen, abzubilden.

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