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Tsunami-Warnung im Indischen Ozean

© AP, dapd

11.04.2012

Zusammenfassung Tsunami-Warnung im Indischen Ozean

Erdbeben der Stärke 8,6 vor Sumatra – Keine Berichte über Opfer.

Banda Aceh – Wegen eines schweren Erdbebens vor der indonesischen Insel Sumatra ist am Mittwoch für den Indischen Ozean eine Tsunami-Warnung herausgegeben worden. Der indonesische Präsident Susilo Bambang sagte zwei Stunden nach dem Erdstoß der Stärke 8,6, noch gebe es keine Berichte über größere Wellen. „Aber wir bleiben wachsam.“ Bisher gebe es keine Informationen über Verletzte oder größere Schäden in der Provinz Aceh. „Gott sei Dank.“

Die US-Erdbebenwarte USGS erklärte, das Beben habe sein Zentrum etwa 30 Kilometer unter dem Meeresboden knapp 500 Kilometer von der Provinzhauptstadt Banda Aceh entfernt gehabt. Stunden später erschütterte ein Nachbeben die Region. Der zweite Erdstoß hatte nach indonesischen Behördenangaben die Stärke 8,2. Die Behörden gaben eine weitere Tsunami-Warnung heraus.

In Banda Aceh flüchteten die Menschen in Autos und auf Motorrädern auf höher gelegenes Gebiet. Chaos brach auf den Straßen aus, als fast vier Minuten lang die Erde bebte. Patienten strömten aus den Krankenhäusern auf die Straße, einige hatten den Tropf noch in ihrem Arm. In einigen Stadtteilen fiel der Strom aus.

„Es war nicht das stärkste Beben, das ich je gespürt habe“, sagte die 22-jährige Tut Tahmi. „Aber es schien ewig zu dauern.“ Eine Stunde nach dem Erdstoß standen die Menschen noch immer vor ihren Häusern und hatten Angst hineinzugehen.

„Keine Hinweise auf Tsunami-Welle“

Der Erdstoß war in Singapur, Thailand, Malaysia und Indien zu spüren. An der malaysischen Westküste schwankten Hochhäuser eine Minute lang. Das Pazifische Tsunami-Warnzentrum auf Hawaii erklärte, die Warnung gelte im Indischen Ozean unter anderem für Indonesien und Australien, aber auch für Kenia, Südafrika, den Iran und Singapur.

Der thailändische Katastrophenschutz ordnete die Evakuierung von sechs Provinzen entlang der Westküste des Landes an. Darunter waren die bei Touristen beliebten Gegenden Phuket, Krabi und Phang-Nga. Das indische Tsunami-Warnzentrum gab Warnungen für die Andamanen und die Nikobaren im Golf von Bengalen heraus. Direktor Satheesh Shenoi erklärte, die Gefahr eines Tsunamis gehe zurück. „Es gibt keine Hinweise auf eine Tsunami-Welle“, sagte er. „Die Instrumente zeigen keine Veränderungen des Meeresspiegels.“

In Dhaka, der Hauptstadt von Bangladesch, liefen die Menschen in Panik auf die Straßen. Berichte über Schäden oder Opfer lagen nicht vor. Auf den Malediven wurden Häuser evakuiert.

Der Seismologe Roger Musson erklärte, bei dem Erdbeben habe es sich um eine Horizontalverschiebung gehandelt. Dabei bewegt sich die Erde in horizontaler Richtung, sodass weniger Wasservolumen bewegt wird. Zuerst habe er das Schlimmste befürchtet. „Aber als ich gesehen habe, was für eine Art Erdbeben es ist, ging es mir viel besser.“

Dem gewaltigen Tsunami, der Weihnachten 2004 etwa 230.000 Menschen in der Region das Leben kostete, ging ein Erdbeben der Stärke 9,1 voraus. Die meisten Opfer gab es damals in Aceh.

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