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Troika-Gegner wollen Bankenviertel lahmlegen

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26.02.2012

Frankfurt Troika-Gegner wollen Bankenviertel lahmlegen

Europaweite Aktionstage für Mai geplant – „Wir wollen das Bild von Frankfurt ändern“.

Frankfurt/Main – Mit einer Blockade des Frankfurter Bankenviertels wollen Globalisierungskritiker aus ganz Europa im Mai gegen die Politik der Europäischen Union in der Euro-Schuldenkrise protestieren. Dies beschlossen die 400 Teilnehmer einer internationalen Konferenz von Nichtregierungsorganisationen am Wochenende in Frankfurt. „Wir wollen das Bild von Frankfurt ändern – es soll nicht mehr durch Finanzmarktakteure, sondern von den Betroffenen der Finanzkrise geprägt sein“, sagte der Mitorganisator der Konferenz, Christoph Kleine, am Sonntag.

Die Aktivisten richten sich mit ihrem Protest gegen die von ihnen sogenannte „Krisenverschärfungspolitik“ der Griechenland-Troika, die sich aus Vertretern der EU-Kommission, des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Europäischen Zentralbank (EZB) zusammensetzt. Die Troika-Experten beurteilen regelmäßig die Lage in Griechenland.

„Wir wählen Frankfurt als Ort des europaweiten Protestes, da die EZB eine der hauptverantwortlichen Institutionen für die immer stärkere Verarmung und Entdemokratisierung in Europa ist“, sagte Alexis Passadakis von der Organisation Attac.

Im Fokus der Aktivisten steht die Planung europaweit beworbener Aktionstage vom 17. bis zum 19. Mai in Frankfurt. Neben der Blockade des Bankenviertels sollen dabei auch große Plätze in der Frankfurter Innenstadt besetzt werden. Zudem soll es eine Großdemonstration geben. „Wir möchten die Sozialproteste mit den Protestformen der Anti-Castor- und Anti-G8-Gipfel-Proteste kombinieren“, sagte Konferenzorganisator Kleine.

Hintergrund für die Aktionstage ist der Jahrestag der Besetzung des Platzes „Puerta del sol“ in Madrid im vergangenen Jahr. Während des Protestes gegen die Sparmaßnahmen der spanischen Regierung im Zuge der Euro-Schuldenkrise hatten Aktivisten den Platz besetzt und damit weltweit ein Vorbild für soziale Proteste geschaffen.

An diese Protestformen möchten auch die Aktivisten in Frankfurt anknüpfen. „Wir befinden uns in einem globalen Prozess und wollen den Protest europaweit vernetzen“, sagte Paola Rudan, Mitglied einer italienischen NGO aus Bologna. Hierfür nahmen an der Konferenz auch Aktivisten aus dem europäischen Ausland und den europäischen Schuldenstaaten wie Griechenland, Italien oder Spanien teil. Zur Konferenz hatten unter anderem Attac Deutschland, die Frankfurter Occupy-Bewegung und verschiedene kleinere Nichtregierungsorganisationen an die Frankfurter Universität geladen.

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