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11.10.2014

Trassenstreit Netzbetreiber Tennet warnt vor neuen Risiken

„Die Versorgungssicherheit gerät in Gefahr.“

Berlin – Angesichts des Streits um den Bau neuer Stromautobahnen in Deutschland warnt der Netzbetreiber Tennet vor den Konsequenzen weiterer Verzögerungen: „Die Versorgungssicherheit gerät in Gefahr“, sagte Tennet-Geschäftsführer Lex Hartman der „Süddeutschen Zeitung“ (Samstagsausgabe).

„Wir bekommen mit dem Wachstum grünen Stroms immer größere Schwankungen im deutschen Stromnetz. Das spüren wir bereits: Früher haben wir dreimal pro Jahr ins Netz eingegriffen.“ Heute seien es drei Mal Tag. „Wir müssen die Energie besser verteilen können. Das geht nur mit neuen Netzen.“

Damit wendet sich Tennet gegen den Vorstoß von Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU). Der hatte überraschend den Bau neuer Stromtrassen in Frage gestellt.

Der Netzbetreiber geht jedoch davon aus, dass Deutschland die bereits geplanten Trassen dringend braucht. „Dass wir diese Debatte jetzt führen, macht mir Sorgen“, sagte Hartman weiter. „Uns läuft die Zeit davon. 2022, wenn die letzten Atomkraftwerke vom Netz gehen, müssen die Trassen stehen, um Engpässe auszugleichen. Wir haben keinerlei Puffer.“

Die Situation sei schon heute angespannt. „Wir sind gezwungen, bei den Netzen immer häufiger 200 Sachen zu fahren – ohne Gurt. Das kann schief gehen.“ Schon in naher Zukunft werde es zu immer mehr angespannten Situationen kommen. Konsequenz für Süddeutschland können laut Tennet höhere Strompreise für die Region sein.

„Es ist möglich, dass die Europäische Kommission Deutschland zu verschiedenen Preiszonen drängt, wenn die Engpässe im Süden größer werden. Folge: höhere Strompreise in Süd- als im windreichen Norddeutschland.“ Hartman erwartet für diesen Fall heftige Proteste der Industrie: „Ich kann mir vorstellen, was dann in der Wirtschaft los wäre.“

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