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Transfergesellschaften nehmen Beschäftigte auf

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17.03.2012

Schlecker Transfergesellschaften nehmen Beschäftigte auf

Insolvenzverwalter informiert auf Fortbildung und Umschulung spezialisierte Unternehmen.

Kassel – Um eine Perspektive für 10.000 Schlecker-Beschäftigte geht es an diesem Samstag im Kasseler Hotel „La Strada“. Zumindest um eine Perspektive für die nächsten Monate. Im Saal „Rondell“ sitzen 40 Vertreter von Transferfirmen, von auf Fortbildung und Umschulung spezialisierten Unternehmen. Für den Schlecker-Insolvenzverwalter informiert Margit Fink über Bedingungen, zu denen 10.000 vor dem Jobverlust stehende Frauen übergangsweise weiter beschäftigt werden sollen. „Pro Gesellschaft wären 500 Leute gesund“, sagt sie.

Die Vertreter der Transfergesellschaften wollen von Anwältin Fink wissen, wie sie die 10.000 Mitarbeiter betreuen oder „managen“ sollen, wie es heißt. Niemand sagt hier aber Mitarbeiter. Es sind „die Frauen“, die am Monatsende ihre Schlecker-Jobs verlieren. Am 24. März schließen die Filialen, Eile ist geboten. „Wer den Aufhebungsvertrag mit Schlecker und den Übergang in eine Transfergesellschaft nicht unterschreibt, dem kündigen wir am 28. März“, teilt Fink ihren Zuhörern mit.

Transferauftrag: Neustart ins Berufsleben absichern

Die Anwältin will einem einzelnen Transferunternehmen „maximal 700 Leute“ überlassen. Unter den im Saal um Zuteilung streitenden Transfergesellschaften finden sich neben auf Weiterbildung spezialisierten Firmen auch gemeinnützige Vereine. Sie sollen die entlassenen Frauen höchstens für ein Jahr absichern, der Insolvenzverwalter favorisiert sechs Monate. Das Transfer-Kurzarbeitergeld und die Kosten eventueller Qualifizierungsmaßnahmen übernimmt die Bundesagentur für Arbeit (BA).

Gewöhnlich kommt in solchen Fällen Geld vom insolventen Unternehmen hinzu, aber bei Schlecker ist nichts zu holen. Also wird gespart. Pro Betreuten erhalten Transfergesellschaften üblicherweise fürs Profiling, bei dem die Vermittlungseckwerte erfasst werden, 400 Euro. Im Fall Schlecker sollen es höchstens 300 Euro sein. „Die Ausbildungshistorie einer Schlecker-Frau ist kurz“, sagt einer der Transferexperten. Viel zu erfassen gebe es da nicht. Der berufliche Umriss der Schlecker-Angestellten wandert dann zur BA, die ihr neue Jobs vermitteln soll.

Entlassungsliste ist noch in Arbeit

Die ausgefüllten Profile müssten nicht zu aufwendig erstellt sein, erklärt Bernd Wolf für die Bundesagentur. Bei den Kosten für Qualifizierungsmaßnahmen könne die BA auch Gelder aus dem Europäischen Sozialfonds nutzen. Anwältin Fink von der Insolvenzverwaltung kann den Transfergesellschaften allerdings noch keine „Kontingente“ zusichern. In einem Nachbarraum des gleichen Kasseler Hotels stellen Insolvenzverwaltung und Betriebsräte gerade noch die Liste der Frauen zusammen, die entlassen werden.

An dieser Liste hängt alles, weil Fink nur dort zuteilen will, wo eine Transfergesellschaft ihren Sitz hat. „Wir haben Partner in den Ländern, allein in Bayern können wir jede Stadt abdecken“, ruft ein Unternehmensvertreter in den Raum. „Das ist ein Hauen und Stechen hier“, meint in der hintersten Reihe ein hessischer Unternehmer.

Dann ergreift eine Schlecker-Betriebsrätin das Wort. Wer wo entlassen werde, stehe bisher nicht fest, sagt auch sie. Die Sozialauswahl sei noch nicht getroffen, und zu Filialen ohne Betriebsrat bestehe oft nicht mal Kontakt. Welche Filialen schließen, stehe zwar fest, nicht aber, wer dort gehen müsse. „Vielleicht trifft es jemanden aus der Nachbarstadt. Wir wissen es nicht, die Personallisten von Schlecker sind eine Katastrophe.“ Anwältin Fink bestätigt: „Schlecker ist ein Chaos von links und von rechts.“ Die „Kontingente“ können noch nicht verteilt werden. Die Vertreter der Transfergesellschaften gehen in die Pause.

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