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Tödliche Strafe für Schokoriegel

© AP, dapd

24.02.2012

USA Tödliche Strafe für Schokoriegel

Neunjährige musste stundenlang laufen – Stiefmutter und Großmutter unter Mordverdacht.

Attalla/USA – Nachbar Roger Simpson sah das kleine Mädchen vor seinem Elternhaus rennen, dachte sich aber nichts weiter dabei. Die Polizei geht davon aus, dass er Zeuge eines Mordes war: Die Stiefmutter und die Großmutter der neunjährigen Savannah aus dem US-Staat Alabama sollen das Kind als Strafe für eine Lüge zu einem stundenlangen Dauerlauf gezwungen und damit umgebracht haben.

Augenzeugen berichteten dem Büro des Sheriffs, Savannah habe am vergangenen Freitagnachmittag rennen und rennen müssen und drei Stunden lang nicht aufhören dürfen. Das sei die Strafe dafür gewesen, dass sie ihre Großmutter wegen des Verzehrs von Schokoriegeln angelogen habe, gab eine Sprecherin Aussagen wieder. Savannah hatte demnach ein Blasenleiden und sollte deshalb keine Schokolade essen.

„Ich habe sie laufen sehen“, bestätigt Simpson. „Aber ich verstehe nicht, wie sie das umgebracht haben soll.“ Gegen 18.45 Uhr rief ihre Mutter, die 27-jährige Jessica Mae Hardin, den Notruf an und meldete, Savannah habe einen Anfall erlitten und reagiere nicht mehr. Das Mädchen wurde in ein Kinderkrankenhaus gebracht und an lebenserhaltende Geräte angeschlossen, bis ihr außerhalb arbeitender Vater Robert Hardin nach Hause zurückgekehrt war und die Apparate abschalten ließ. Savannah starb am Montag.

Die Autopsie ergab, dass sie extrem dehydriert war und einen sehr niedrigen Natriumspiegel hatte. Der Gerichtsmediziner erkannte auf ein Tötungsdelikt. Es deute nichts darauf hin, dass ihr Leiden etwas mit ihrem Tod zu tun hätte, sagte Staatsanwalt Jimmie Harp. Die Mutter und die 46 Jahre alte Großmutter Joyce Hardin Garrard wurden verhaftet. Der Anwalt der Großmutter betonte, seine Mandantin werde zu Unrecht beschuldigt. Savannahs Mutter brachte wenige Stunden nach der Festnahme ein weiteres Kind zur Welt. Die Behörden entschieden, das Neugeborene in die Obhut von Verwandten zu geben, die sich bereits um Hardins dreijährigen Sohn kümmern.

Mehrere Familienangehörige leben in direkter Nachbarschaft der Hardins in Attalla im Nordosten Alabamas, wie Anwohner berichten. „Das scheint eine ganz glückliche Großfamilie zu sein da drüben. Das sind Mütter, Großmütter, Kinder“, sagt Gail Denny, die ein Stück die Straße hoch wohnt. Sie und ihr Mann Phil kennen die Familie, seit sie vor sieben Jahren in die Gegend zogen. „Das sieht so aus, als wäre eine Strafe aus dem Ruder gelaufen.“

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