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Anklage im Fall Jonny K.

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06.03.2013

Prügelattacke am Alexanderplatz Anklage im Fall Jonny K.

Justizsenator Heilmann froh über schnelle Ermittlung der Tatbeteiligten.

Berlin – Knapp fünf Monate nach der tödlichen Prügelattacke auf Jonny K. am Alexanderplatz hat die Berliner Staatsanwaltschaft vor der Jugendkammer des Landgerichts Anklage gegen vier Tatverdächtige erhoben. Die Schwester des getöteten 20-Jährigen wird im Prozess als Nebenklägerin auftreten.

Nachdem sich die Männer im Alter zwischen 19 und 21 Jahren an der Schlägerei mit tödlichem Ausgang beteiligt hatten, werde ihnen gefährliche Körperverletzung vorgeworfen, teilte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Martin Steltner, am Mittwoch mit. Zwei der vier Angeschuldigten werde außerdem Körperverletzung mit Todesfolge zur Last gelegt. Beide seien „hinreichend verdächtig“, zusammen mit den bislang flüchtigen Onur U. und Bilal K. das Opfer durch Schläge und Tritte getötet zu haben. Ein Tötungsvorsatz habe sich aufgrund der gerichtsmedizinischen Untersuchungen nicht bestätigt.

Den mitangeklagten Komplizen konnte nach Angabe der Staatsanwaltschaft keine unmittelbare Beteiligung an der tödlichen Attacke nachgewiesen werden. Sie sollen aber einen Begleiter von Jonny K. angegriffen und schwer verletzt haben.

Verdächtige seit Herbst in Haft

Der 20-Jährige war am 14. Oktober 2012 von sechs Männern vor einem Lokal am Alexanderplatz so brutal zusammengeschlagen worden, dass er einen Tag später an seinen Verletzungen starb. Drei der vier angeklagten Männer sitzen seit Oktober und November des vergangenen Jahres in Untersuchungshaft. Einige von ihnen hatten sich den Behörden freiwillig gestellt. Zwei weitere Tatverdächtigen haben sich ins Ausland abgesetzt.

Tina K. habe sich entschieden, Nebenklägerin im Prozess zu sein, sagte der Berliner Opferbeauftragte Roland Weber der Nachrichtenagentur dapd. Er selbst werde Tina K. vertreten, kündigte er an. Tina K. habe die Nachricht über die Anklage „gefasst aufgefasst“, berichtete Weber. „Sie sieht der Hauptverhandlung mit Spannung entgegen“, fügte er hinzu.

Justizsenator Thomas Heilmann (CDU) sagte auf dapd-Anfrage, er sei froh, dass alle Tatverdächtigen so schnell ermittelt werden konnten. Er bedauere es jedoch, dass zwei von ihnen noch flüchtig seien. „Wir tun weiterhin alles, damit diese auch vor Gericht gestellt werden können“, kündigte er an.

Staatsbürgerschaft eines Verdächtigen weiter nicht geklärt

Nach Angaben einer Sprecherin der Justizverwaltung laufen im Fall des in die Türkei geflüchteten Tatverdächtigen derzeit noch Verhandlungen mit den dortigen Behörden. Berlin hatte ein Auslieferungsersuchen an die Türkei gestellt, diese wiederum bat um Auskunft aus den deutschen Ermittlungsakten. „Die türkischen Behörden gehen davon aus, dass der Verdächtige die türkische Staatsbürgerschaft hat“, sagte die Sprecherin. Ob dies tatsächlich der Fall sei und ob der Mann möglicherweise nicht auch die deutsche Staatsbürgerschaft habe, müsse noch geklärt werden.

Wie die Türkei liefert auch Deutschland seine Staatsbürger nicht aus. Das ist im Grundgesetz Artikel 16, Absatz 2 festgeschrieben. Eine abweichende Regelung kann per Gesetz getroffen werden, wenn es um Auslieferungen an einen Mitgliedsstaat der Europäischen Union oder an einen internationalen Gerichtshof geht.

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