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Tödliche Fallen an beliebtem Wanderpfad

© AP, dapd

24.04.2012

USA Tödliche Fallen an beliebtem Wanderpfad

Ex-Soldat erspähte den Stolperdraht – Fallen wie in „Indiana Jones“-Filmen.

Salt Lake City/USA – Es ist dem puren Glück und dem trainierten Auge eines Försters zu verdanken, dass niemand im US-Staat Utah zwei tödlichen Fallen in der Nähe eines beliebten Wanderpfads zum Opfer gefallen ist. Es waren Fallen, wie sie sonst in Abenteuerfilmen wie „Indiana Jones“ zu sehen sind: Ein Stolperdraht hätte einen mit Piken besetzten fast zehn Kilogramm schweren Stamm auf einen nichts ahnenden Wanderer herabsausen lassen und die zweite Falle bestand aus einer Grube mit aus dem Boden ragenden angespitzten Stöcken, wie der zuständige Sheriff Spencer Cannon am Montag mitteilte. Ein inzwischen für die Forstverwaltung tätiger ehemaliger Soldat entdeckten dank seines geschulten Blicks zufällig den Stolperdraht und entschärfte die Fallen.

Noch am Wochenende nahm die Polizei zwei Verdächtige fest. Die 19 und 21 Jahre alten Männer gaben laut Polizei an, die vor dem Eingang zu einer Schutzhütte gelegenen Fallen seien für Wildtiere gedacht gewesen. Die Polizei glaubt ihnen aber nicht. Die Hütte sei gebaut worden, um Wanderer anzulocken, die die Hütte nur durch den mit Fallen versehenen Eingang hätten betreten können, sagte Sheriff Cannon. „Das ist eine von Menschen gemachte und von Menschen besuchte Hütte“, sagte er. Und in die Falle wäre wohl auch nur ein Mensch getappt. „Es dauerte einige Zeit, diese Fallen zu bauen. Sie nutzten Seile, extra starke Angelschnur und die Wirkung der Fallen war ihnen voll bewusst“, sagte er.

Die von den Verdächtigten erbaute Hütte hätte das Interesse von Kindern wecken können, sagte Cannon. Sie sei leicht von dem nur wenige Meter entfernten und beliebten Wanderpfad im Provo Canyon nahe der Stadt Provo aus zu sehen gewesen. Die Fallen hätten von jemand ohne militärische Ausbildung leicht übersehen können, sagte er. James Schoeffler, der Förster, der die Fallen auf einer Routinepatrouille entdeckte, hatte ein Auge für die Gefahr.

„Viele Leute gehen dort auch nach Einbruch der Dunkelheit hoch“, sagte Cannon. Wer halte da schon Ausschau nach tödlichen Fallen. „Ein Kind könnte sagen: ‚Oh toll, eine Hütte‘ und läuft direkt über den Stolperdraht“, sagte Cannon. „Wir hatten sehr, sehr viel Glück, dass es Officer Schoeffler war, der sie entdeckt hat.“

Ein Tipp führte die Behörden auf die Spur der Verdächtigen. Sie erhielten einen Hinweis auf Kommentare im sozialen Netzwerk Facebook, in denen die Fallen und die Hütte erwähnt wurden. Ermittler spürten die beiden Verdächtigen auf. Beide wurden am Samstag festgenommen, kamen aber wieder auf Kaution frei. Die Staatsanwaltschaft will sie wahrscheinlich wegen fahrlässiger Gefährdung anklagen. Ohne dass jemand verletzt wurde, sei das wohl der schwerste Tatvorwurf, der zu einer Verurteilung führen würde, hieß es.

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