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Tödliche Bruchlandung auf neuer Landebahn

© dapd

03.03.2012

Schönefeld Tödliche Bruchlandung auf neuer Landebahn

Am künftigen Hauptstadtflughafen üben 700 Rettungskräfte das Zusammenspiel bei der Katastrophe.

Schönefeld – Blutverschmierte Gesichter, Schmerzensschreie, Verletzte, die sich am dem Boden krümmen oder panisch umherirren. Es sind dramatische Situationen, die niemand erleben will. Und doch wurden sie inszeniert – beim Probebetrieb am neuen Flughafen Berlin Brandenburg, um für den Ernstfall vorbereitet zu sein.

„Crash BER 2012“ nennt sich die Notfallübung, bei der am Samstag die neue Landebahn in Schönefeld zunächst in dunklen Rauch gehüllt wird und sich das Rollfeld schließlich in den Schauplatz eines tragischen Flugzeugunglücks verwandelt. In der Simulation geht es um einen brennenden Airbus A320, der aus Moskau kommend beim Landeanflug wegen starker Winde und schlechter Sicht von der Piste abkommt und in Brand gerät.

Die 100 Menschen an Bord – Passagiere und Besatzungsmitglieder – versuchen sich aus der brennenden Maschine – in dem Übungsfall sind es zwei Busse – zu retten. Sie torkeln über das Rollfeld oder stürzen verletzt zu Boden, während nur wenige Augenblicke nach dem Alarmsignal des Towers drei Großtankwagen der Flughafenfeuerwehr anrücken und das Feuer löschen.

Rund 700 Beteiligte wirken an der Übung mit: Angehörige von Feuerwehren aus dem Landkreis Dahme-Spreewald und Berlin, von Rettungsdiensten, vom Katastrophenschutz, Notärzte und Sanitäter sowie Bundes- und Landespolizisten.

„So realitätsnah wie möglich soll das Zusammenwirken aller Rettungskräfte geübt werden“, sagt Flughafen-Sprecher Leif Erichsen. Zum ersten Mal erproben Feuerwehren und Notärzte die Rettungswege auf dem neuen Flughafenareal. Erstmals wird getestet, wie lange die alarmierten Notärzte aus Schönefeld und Königs Wusterhausen benötigen, wo Rettungshubschrauber landen können.

Zwei Stunden nach der simulierten Bruchlandung gleicht die Unglücksstelle einem Notfall-Lazarett. Die Blaulichter von gut zwei Dutzend Rettungsfahrzeugen blinken am Rand des Rollfeldes, eine Armee aus Sanitätern und Ärzten versorgt die Verletzten, die mit viel schauspielerischem Einsatz und Ausdauer authentisch ihre Rolle mimen.

Die Bilanz der gespielten Katastrophe: Sieben Tote, zahlreiche Schwerverletzte mit Brandwunden und Knochenbrüchen. „Auch wenn es nur eine Übung war, ging der Einsatz an die physische und psychische Leistungsgrenze der Rettungskräfte“, bilanziert Wolfgang Rowenhagen von der Berliner Feuerwehr.

Das Fazit der Notfallübung fällt für Flughafen-Sicherheitschef Christian Leininger positiv aus: „Eine detaillierte Auswertung wird jetzt mit allen Beteiligten erfolgen, aber grundsätzlich sind wir für den Start des Flughafens am 3. Juni gut gerüstet.“

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