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Tibet macht China verantwortlich

© AP, dapd

10.03.2012

Selbstverbrennungen Tibet macht China verantwortlich

Jahrestag der gescheiterten Revolte von 1959 – Demonstrationen in Indien.

Peking – Die tibetische Exilregierung hat China für eine Serie von Selbstverbrennungen unter den Tibetern verantwortlich gemacht. Ministerpräsident Lobsang Sangay erklärte am Samstag, die Tibeter hätten keine andere Wahl, als zu extremen Maßnahmen zu greifen, weil ihnen das Recht auf konventionelle Proteste verwehrt werde. In den vergangenen zweieinhalb Monaten wurden 14 Fälle von Selbstverbrennungen in Tibet gemeldet.

Die Tibeter begingen am Samstag zwei bedeutende Jahrestage: den der erfolglosen Revolte 1959, wegen der der Dalai Lama von Tibet nach Indien floh, und den der schweren Proteste in der tibetischen Hauptstadt Lhasa 2008. In Dharmsala, dem Sitz der tibetischen Exilregierung in Nordindien, beteiligten sich rund 3.000 Menschen an einer Kundgebung. Der Dalai Lama nahm auch teil, äußerte sich aber nicht öffentlich.

„Lang lebe der Dalai Lama“, riefen die Tibeter, als sie später durch die Stadt zogen. Einige hatten sich „Freies Tibet“ auf die Wangen geschrieben und trugen tibetische Fahnen. Hunderte Tibeter zogen auch durch Neu-Delhi und forderten Freiheit für Tibet.

„Tibeter werden als Bürger zweiter Klasse behandelt“, sagte Sangay in seiner Rede in Dharmsala. Wenn Tibeter sich friedlich versammelten und ihre Grundrechte einforderten, die ihnen nach der chinesischen Verfassung zuständen, würden sie festgenommen oder erschossen. Er verwies auf Hongkong und Macau, die weitreichende Autonomierechte erhalten hätten. Sangay erklärte sich aber bereit, den Dialog mit China nach fast zwei Jahren wieder aufzunehmen.

Chinesische Polizei tötet offenbar tibetischen Aktivisten

Die chinesischen Sicherheitskräfte töteten nach Angaben von Aktivisten einen Tibeter und verletzten zwei weitere. Wie die in London ansässige Gruppe Free Tibet und der US-Sender Radio Free Asia am Samstag mitteilten, wurden die drei Männer angeschossen, als Polizisten einen Verdächtigen im Zusammenhang mit Protesten im Januar suchten. Die chinesischen Behörden bestätigten den Vorfall nicht. Bei einem Protest am 25. Januar hatten Aktivisten in einer tibetischen Region in der Provinz Qinghai vor einer Polizeiwache eine chinesische Fahne heruntergerissen.

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