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24.09.2011

Thyssen-Krupp-Chef Heinrich Hiesinger warnt vor Hysterie an den Börsen

Essen – Thyssen-Krupp-Chef Heinrich Hiesinger hat vor Schwarzmalerei an den Börsen gewarnt. „Was sich im Moment in den Aktienkursen abbildet, ist reine Hysterie, die nichts mit den tatsächlichen Begebenheiten zu tun hat“, sagte Hiesinger den Zeitungen der WAZ-Mediengruppe. „Die Nachfrage für unser Geschäft ist ungebrochen“, erklärte der Vorstandschef des Essener Stahl- und Technologiekonzerns. „Wir sind aber nicht naiv. Durch die hohen Staatsverschuldungen wird eine Abschwächung der Konjunktur auf uns zukommen.“ Er rechne allerdings nicht mit einem „tiefen Einbruch der Wirtschaft oder einer Rezession“, fügte Hiesinger hinzu.

Ungeachtet der Börsenturbulenzen treibt der Essener Konzern die Ausgliederung seiner traditionsreichen Edelstahlsparte voran. „Das aktuelle Börsenumfeld hindert uns nicht daran, die Vorbereitungen für eine Ausgliederung der Sparte fortzusetzen. Wir haben immer gesagt, dass ein Börsengang eine von mehreren Optionen ist. Auch Abspaltung oder Verkauf an einen Investor ist möglich.“ Die Edelstahlsparte von Thyssen-Krupp beschäftigt etwa 11.000 Mitarbeiter. In den vergangenen zwölf Monaten ist die Zahl der Beschäftigten bei Thyssen-Krupp kräftig gewachsen. „Unsere Belegschaft hat im Vergleich zum Vorjahr um 4,5 Prozent auf mehr als 182.000 Beschäftigte zugenommen“, berichtete Hiesinger. „Das hat vor allem mit unserem Wachstum in Schwellenländern wie Brasilien, Indien und China zu tun.“ In Deutschland sei die Zahl der Beschäftigten stabil geblieben.

Der Thyssen-Krupp-Chef brachte ein neues „Bündnis für Energie und Klimaschutz“ ins Gespräch, um die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie angesichts des Atomausstiegs zu sichern. „Wir würden die Gründung eines Forums aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft begrüßen, in dem entsprechende Lösungsvorschläge für eine sichere, bezahlbare und saubere Energieversorgung erarbeitet werden“, sagte Hiesinger. Daher suche das Unternehmen den Dialog mit der Bundesregierung. Mit Blick auf das Thyssen-Krupp-Stahlwerk in Duisburg sagte Hiesinger: „Ob sich der Standort auch in Zukunft im globalen Wettbewerb behaupten kann, hängt davon ab, welche Kosten durch die Energiewende und den Klimaschutz auf uns zukommen.“

Der frühere Siemens-Manager Hiesinger, der seit Januar an der Spitze von Thyssen-Krupp steht, will eine veränderte Unternehmenskultur im Essener Traditionskonzern etablieren. „Wir sind im Unternehmen noch zu hierarchisch ausgerichtet“, sagte er. „Der entspannte, netzwerkartige Umgang miteinander muss noch etwas geübt werden.“ Derzeit werde in weltweiten Workshops mit den Mitarbeitern ein neues Leitbild für Thyssen-Krupp entwickelt. Die Ergebnisse würden allen Beschäftigten im Oktober vorgestellt.

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