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Peer Steinbrück

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10.07.2013

Thüringens CDU-Fraktionschef Steinbrück bleibt Fremdkörper im Osten

„Steinbrück von der Realität im Osten so weit entfernt wie vom Wahlsieg.“

Berlin – SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück hat mit seinen Äußerungen zum „positiven Erbe der DDR“ eine Kontroverse ausgelöst: „Steinbrück ist von der Realität im Osten so weit entfernt wie vom Wahlsieg, also ziemlich weit“, schreibt Thüringens CDU-Fraktionschef Mike Mohring in einem Beitrag für die Wochenzeitung „Die Zeit“. „Steinbrück bleibt ein Fremdkörper im Osten“, ergänzt er. Außerdem verkenne der SPD-Politiker „die Lebensleistung der Ostdeutschen“. Mohrings CDU regiert im Freistaat Thüringen gemeinsam mit der SPD.

Steinbrück hatte vergangene Woche in einem „Zeit“-Interview erklärt: „Dass so viele Frauen arbeiten, ist ein positives Erbe der DDR. Ebenso die bessere Kinderbetreuung.“ Unter Verweis auf persönliche Erfahrungen sagte er: „Ich fühle mich den neuen Ländern sehr nahe.“ Mohring wirft Steinbrück nun vor, mit der eigenen Biografie „auf Stimmenfang im Osten zu gehen“.

Steinbrück hatte Anfang der 80er-Jahre als Mitarbeiter der Ständigen Vertretung der Bundesrepublik in Ost-Berlin gearbeitet. „Wirklich `gelebt` hat er dort nicht“, so Mohring, „denn er genoss Freiheiten, von denen jeder Bürger in der DDR nur träumen konnte.“

Seine Darstellung der Stasi-Überwachung aus dieser Zeit mute „unerhört“ an, ergänzte Mohring: „Die Staatssicherheit im real existierenden Sozialismus war kein lässiger Agententhriller, wie Steinbrück es beschreibt – sie war bittere Realität. Er als Diplomat hatte nichts zu befürchten.“

Matthias Machnig (SPD) dagegen, Thüringens Wirtschaftsminister und Mitglied in Steinbrücks Kompetenzteam, verteidigt den Kanzlerkandidaten. „Wenn jetzt die CDU sagt, Herr Steinbrück wolle sich einschmeicheln – dann ist das ein ärgerlicher Reflex“, sagte Machnig dem Blatt. „Herr Mohring kläfft ja, wo er kann.“

Steinbrück „erhebt nicht den moralischen Zeigefinger gegenüber den Ostdeutschen.“ Im Osten sei ein höherer Anteil von Frauen berufstätig als im Westen, so der Wirtschaftsminister. „Was ist falsch daran, darauf aufmerksam zu machen“, fragte Machnig.

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