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Thomas Müller ist zurück –  ohne Ironman

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16.02.2012

FC Bayern München Thomas Müller ist zurück – ohne Ironman

Stürmerstar Robben auf die Bank verdrängt – Torflaute nach 1162 Minuten beendet.

München – Nach einem kleinen Formtief hat sich Bayern Münchens Thomas Müller mit überzeugenden Auftritten zurückgemeldet – und sogar Stürmer-Star Arjen Robben aus der Startelf verdrängt. Sein Erfolgsgeheimnis: Ruhe bewahren und Eiweißtabletten meiden. Wenn Müller daran denkt, mit wem er derzeit um den Platz auf dem rechten Flügel konkurriert, wirkt er fast ein bisschen ehrfürchtig: “Arjen Robben war beim FC Chelsea, einem Weltklub, in England, bei Real Madrid. International hat er natürlich mehr Erfahrung, ist älter und hat schon mehr erlebt als ich”, sagt der 22-Jährige. Doch Müller ist selbstbewusst genug, um dem nicht noch etwas hinzuzufügen: “Wir sind Fußballspieler, der eine hat die, der andere die Fähigkeit.”

Und die Fähigkeiten des WM-Torschützenkönigs von 2010 stehen derzeit höher im Kurs bei Trainer Jupp Heynckes als die von Arjen Robben. Allerdings wurden noch vor zwei, drei Wochen leichte Zweifel daran laut, denn Müller traf plötzlich das Tor nicht mehr. Dabei hat Müller nach seiner Schwächephase in der Hinrunde, in der er mal im zentralen, mal im rechten Mittelfeld nach seiner Form suchte, nicht viel verändert. “Ich bin nicht in den Kraftraum gerannt, habe Eiweißtabletten eingeworfen und wollte einen Ironman laufen”, sagt Müller. Einen Unterschied hat er dennoch ausgemacht: “Ich bin vielleicht eine halbe Stunde früher zum Training gekommen.”

Zwischen Bock und König

Mit Toni Kroos in der Offensiv-Zentrale, Franck Ribery über links und Thomas Müller über rechts scheint Bayern München auf dem Weg zurück zu alter Stärke. Nach den 2:0-Siegen gegen Stuttgart und Kaiserslautern kündigt Müller an: “Wir haben zweimal kein Gegentor bekommen. Da wollen wir jetzt weitermachen.” Seine eigene Leistung mit einem Treffer und zwei Vorlagen erwähnt er nicht. Denn er kennt sowohl den Reiz als auch die Risiken zu schneller Superlative: “Man darf sich ziemlich wenige Gedanken machen. Sonst ist man eine Woche der, der alles verbockt hat, und in der nächsten Woche der König.”

Müller hat vor allem Erfahrungen mit den königlichen Höhen. In seiner ersten Saison als Profi erreichte er 2010 mit den Bayern das Champions-League-Finale, wurde WM-Dritter mit Deutschland und räumte als dritter deutscher Fußballer überhaupt die Trophäe des WM-Torschützenkönigs ab. Zuvor war das nur Gerd Müller (1970) und Miroslav Klose (2006) gelungen.

Gelassenheit als Erfolgsrezept

Seine Formsuche der vergangenen Monate mit der damit einhergehenden medialen Begleitung kam plötzlich für den gebürtigen Weilheimer (Oberbayern). “Im letzten halben Jahr sind ein paar kritische Stimmen aufgekommen, aber da darf man sich nicht verrückt machen lassen”, sagt Müller. Er blieb gelassen und traf beim Sieg gegen Kaiserslautern zum ersten Mal seit 1162 Spielminuten.

“Da ist mir natürlich ein riesiger Stein vom Herzen gefallen”, sagt er und grinst. Müller versucht, sich seine Unbeschwertheit zu bewahren, nichts auf torlose Minuten oder schlechte Kritiken zu geben.

Anfang der Woche wollte ein Schweizer Journalist von ihm wissen, ob er diese Unbekümmertheit von Heiko Vogel, seinem Ex-Trainer und jetzigem Coach des FC Basel, habe. Der sei schließlich auch immer für einen gelungenen Spruch in der Öffentlichkeit gut. “Oder er hat das von mir – das kann auch sein”, antwortete Müller. Der 22-Jährige gibt sich betont entspannt. Denn er weiß: “Druck gibt es hier jeden Tag.”

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