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Tausende nehmen Abschied von Burak B.

© dapd

13.04.2012

Todesschüsse in Neukölln Tausende nehmen Abschied von Burak B.

Staatsanwalt setzt zur Tätersuche 15.000 Euro Belohnung aus – Innensenator bittet um Mithilfe.

Berlin – Eine Woche nach den Todesschüssen in Neukölln hat der Fall Burak B. erneut die Berliner bewegt. Während tausende Menschen am Freitag bei der Beerdigung von dem getöteten 22-Jährigen Abschied nahmen, suchten die Ermittler weiterhin nach einer Spur zum Täter. Für Hinweise, die zur Aufklärung der Straftat und zur Festnahme des Täters führen, sei eine Belohnung in Höhe von bis zu 15.000 Euro ausgesetzt worden, teilte die Berliner Staatsanwaltschaft der Nachrichtenagentur dapd mit. Laut Polizei gibt es bereits 41 Hinweise, jedoch habe sich noch keine erfolgreiche Spur ergeben.

Unterdessen wurde Burak B. am Nachmittag auf dem Friedhof an der Sehitlik-Moschee beigesetzt. Nach Angaben der Polizei kamen etwa 2.000 Trauernde. Viele von ihnen hatten sich ein Bild des jungen Mannes, der aus einer türkischen Zuwandererfamilie stammte, an die Jacke geheftet. Ein Unbekannter hatte ihn vor einer Woche auf offener Straße niedergeschossen, zwei weitere Jugendliche wurden bei dem Angriff verletzt. Bereits am Donnerstagabend hatten 400 Menschen am Tatort Blumen und Kränze niedergelegt.

„Das Motiv des Täters ist bislang völlig unklar“, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Nach der Tat sei der Täter von der Rudower Straße aus in Richtung Möwenweg geflüchtet. Augenzeugen zufolge handelte es sich um einen Mann, der 1,70 bis 1,80 Meter groß und zwischen 40 und 60 Jahre alt ist. Zur Tatzeit trug er eine dunkle, eventuell zweifarbige Jacke und ein Basecap oder eine Kapuze. Weitere Hinweise nehmen die Mordkommission unter der Telefonnummer 030 – 4664 911601 und jede Polizeidienststelle entgegen.

„Polizei und Justiz können diese Aufgabe, die auch einen gesellschaftlichen Erziehungsauftrag beinhaltet, nicht allein bewältigen“, schrieb Innensenator Frank Henkel (CDU) in einem Gastbeitrag für den „Tagesspiegel“ (Samstagsausgabe). Angesichts zunehmender Gewalt in der Hauptstadt appellierte er an die Bevölkerung. „Wir brauchen eine ehrliche Diskussion über Werte und Grenzen und über das Hinschauen, wenn etwas nicht stimmt.“

Die Berliner SPD-Abgeordnete und Migrationsexpertin Ülker Radziwill bezeichnete die Tat als einen „hinterhältigen Angriff“. Die Polizei müsse deshalb den Vorfall mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln aufklären. Gerade nach den Morden des Nationalsozialistischen Untergrunds sollten Polizei und Justiz in alle Richtungen ermitteln und auch für rechtsextreme und rassistische Tatmotive sensibilisiert sein, sagte sie.

Zugleich sprach die Sozialdemokratin der Familie von Burak B. am Tag der Beerdigung ihr Mitgefühl aus. „Er war einer von uns, ein Bürger dieser Stadt, und er wurde brutal aus dem Leben gerissen“, sagte Radziwill.

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