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Tauchschulbetreiber übernimmt Verantwortung für Unfall

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17.01.2012

Unfälle Tauchschulbetreiber übernimmt Verantwortung für Unfall

Im Juli 2010 ertranken zwei Kinder aus Hessen vor Fehmarn.

Oldenburg in Holstein – Ein ehemaliger Tauchschullehrer hat am Dienstag vor dem Amtsgericht Oldenburg in Holstein seine Schuld an dem Tod von zwei Kindern aus Hessen bei einem Tauchunfall auf der Ostseeinsel Fehmarn eingeräumt. Der 46-jährige frühere Tauchschulbesitzer ließ zu Prozessauftakt über seinen Verteidiger erklären, er übernehme die moralische und strafrechtliche Verantwortung für den tragischen Tod eines 10-jährigen Jungen und eines 16-jährigen Mädchens im Juli 2010. Der Mann sowie sein 20-jähriger Sohn müssen sich wegen fahrlässiger Tötung verantworten.

Die Kinder hatten am letzten Tag ihrer Schulferien in einer Tauchschule vor dem Wulfener Strand auf Fehmarn einen Schnupperkurs besucht. Eine sechsköpfige Gruppe wurde vom damals 20-jährigen Sohn des Betreibers geleitet, obwohl dieser nicht über die nötige Qualifikation verfügte. Lehrer und Schüler verloren in dem etwa zweieinhalb Meter tiefen Wasser den Kontakt zueinander. Dabei tauchten der Junge und das Mädchen nicht wieder auf.

Während der Körper der 16-Jährigen von einem Badegast entdeckt und an den Strand gebracht wurde, erfolgte die Bergung des Jungen erst eine Viertelstunde später durch Einsatzkräfte der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger. Beide wurden in Kliniken nach Kiel und Lübeck geflogen. Während für den Jungen jede Hilfe zu spät kam, kämpften Ärzte noch mehr als zwei Wochen um das Leben des Mädchens, ehe es ebenfalls verstarb.

Das Gutachten eines Sachverständigen belastet die Angeklagten schwer. Demzufolge sind die Kursteilnehmer mit völlig falscher Ausrüstung ins Wasser geschickt worden. Die von Tauchern betriebene Gewichtsregulierung ist laut Anklage nicht individuell austariert worden. Aufgrund der Sichtverhältnisse hätte der Tauchgang nach Auffassung der Staatsanwaltschaft gar nicht erst stattfinden dürfen.

Der 46-jährige Angeklagte räumte sein Fehlverhalten ein. Er gab auf Nachfrage von Richter Thore Böttger zu Protokoll, dass er Angst vor einer persönlichen Entschuldigung bei den Angehörigen der Opfer habe. Diese schilderten am ersten Verhandlungstag eindringlich das in ihre Familien hineingetragene Leid.

Die beiden Mütter der verunglückten Kinder brachen während ihrer Vernehmungen in Tränen aus. Eine sprach mit einem Porträtfoto ihres verunglückten Kindes in Händen offen von zwischenzeitlichen Selbstmordgedanken. Die ganze Familie habe sich in psychiatrische Behandlung begeben müssen, schilderte die 46-Jährige. Die zweite Mutter gab an, mittlerweile berufsunfähig zu sein.

Der jüngere der Angeklagten hat nach eigenen Angaben das Tauchen aufgegeben. Sein Vater musste sich in der Zeit nach dem Unglück mit 400-Euro-Jobs durchschlagen, sagte er auf Befragen des Gerichts. Seine Tauchschule war von der Gewerbeaufsicht geschlossen worden. Erst kürzlich habe er wieder eine Festanstellung gefunden. Der Prozess soll am 24. Januar fortgesetzt werden.

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