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Tatverdächtiger hat offenbar gestanden

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01.04.2012

Mordfall Lena Tatverdächtiger hat offenbar gestanden

Noch keine Bestätigung von den Ermittlungsbehörden – Pressekonferenz am Nachmittag.

Emden – Eine Woche nach dem Tod der elfjährigen Lena in Emden scheint sich der Verdacht gegen den am Samstag vorläufig festgenommenen 18-Jährigen zu erhärten. Nach Informationen von NDR 1 Niedersachsen soll der junge Mann offenbar ein Geständnis abgelegt haben. Wie der Rundfunksender am Sonntag berichtete, gibt es jedoch noch keine Bestätigung von den Ermittlungsbehörden. Der dringend Tatverdächtige sollte nach Informationen der Nachrichtenagentur dapd um 10.00 Uhr einem Haftrichter vorgeführt werden. Polizei und Staatsanwaltschaft wollen am Sonntagnachmittag (15.00 Uhr) in einer gemeinsamen Pressekonferenz in Emden Details bekanntgeben.

Die elfjährige Lena war am 24. März in einem Parkhaus in der ostfriesischen Stadt tot aufgefunden worden. Sie wurde der Polizei zufolge Opfer einer Sexualstraftat. Der nun Festgenommene 18-Jährige soll nach Informationen der „Bild am Sonntag“ für die Polizei kein Unbekannter sein. Der junge Mann solle im Herbst 2010 wegen Sachbeschädigungen in dem Parkhaus zusammen mit anderen Jugendlichen auffällig geworden sein, berichtete die Zeitung. Ferner werde überprüft, ob möglicherweise ein Zusammenhang mit einer versuchten Vergewaltigung vom Herbst 2011 unweit des Parkhauses bestehe, als eine Joggerin attackiert wurde und entkommen konnte.

Schwer belastenden Beweise

Nach der Freilassung eines unschuldig der Tat bezichtigten Jugendlichen sind sich die Ermittler jetzt sich, den mutmaßlichen Täter festgenommen zu haben. „Wir sprechen jetzt nicht mehr von Indizien, sondern wegen einer DNS-Übereinstimmung von schwer belastenden Beweisen“, sagte Staatsanwalt Bernard Südbeck dem Blatt.

Laut „Bild am Sonntag“ sollen die Ermittlungen durch Phantombilder ins Rollen gekommen sein, die die Polizei nach Zeugenangaben angefertigt habe. Mehrere Passanten hätten zum Tatzeitpunkt den auffällig in Schwarz gekleideten Mann gesehen und konnten sein Gesicht genau beschreiben.

Ein zunächst am Dienstagabend festgenommener Jugendlicher war am Freitag wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Er ist laut Polizei und Staatsanwaltschaft unschuldig. Nach den Hetzaufrufen im Internet befindet sich der junge Mann in polizeilicher Obhut.

Mehr als 300 Hinweise eingegangen

Die Mordkommission setzte den Angaben zufolge trotz der Festnahme am Dienstag die Ermittlungen in alle Richtungen fort. In diesem Zusammenhang gingen weiter zahlreiche Hinweise aus der Bevölkerung ein. Seit das Mädchen vor einer Woche tot gefunden wurde, waren mehr als 300 Hinweise eingegangen, wie eine Polizeisprecherin auf dapd-Anfrage sagte. Am Samstag konkretisierte sich der Verdacht gegen den 18-Jährigen, der daraufhin von den Ermittlern vorläufig festgenommen wurde. Das Untersuchungsergebnis des Landeskriminalamtes bezüglich der am Tatort gesicherten DNS-Spuren habe den Tatverdacht gegen den 18-Jährigen untermauert. Auch sei die Annahme bestätigt worden, dass der am Freitag aus der Untersuchungshaft entlassene 17-Jährige unschuldig ist.

Zuletzt war Kritik an der Arbeit der Ermittlungsbehörden laut geworden. Politiker, Wissenschaftler und Strafrechtler monierten, Polizei und Staatsanwaltschaft seien voreilig und zu offensiv an die Öffentlichkeit gegangen. Der Berliner Strafrechtsprofessor Martin Heger forderte die Staatsanwaltschaft in der Zeitung „Die Welt“ (Samstagausgabe) auf, zur Rehabilitierung des zu Unrecht inhaftierten 17-Jährigen ebenso massiv an die Öffentlichkeit zu gehen. Eine aufgebrachte Menge von 50 Personen hatte sich am Dienstagabend vor dem Emder Polizeirevier versammelt, um es zu stürmen und den zu diesem Zeitpunkt Verdächtigen zu lynchen. Zu der Tat war im sozialen Netzwerk Facebook aufgerufen worden.

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