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Arbeitnehmer lassen die Muskeln spielen

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20.02.2013

Tarife Arbeitnehmer lassen die Muskeln spielen

Warnstreik im öffentlichen Dienst des Saarlandes.

Saarbrücken – Beschäftigte des öffentlichen Dienstes haben am Mittwoch auch im Saarland die Arbeit niedergelegt. „Gute Leute, gute Arbeit, gutes Geld“ sei die Losung, mit der die Gewerkschaften die weiteren Verhandlungen bestritten, sagte der ver.di-Bundesvorsitzende Frank Bsirske in Saarbrücken auf einer Kundgebung mit mehr als 1.500 Menschen. Die Arbeitgeber sollten nicht denken, dass sie die Landesbeschäftigten von der allgemeinen Lohnentwicklung abkoppeln können.

Bsirske forderte von den Arbeitgebern ein Ja zur tariflichen Eingruppierung angestellter Lehrkräfte, zur Dynamisierung der Feuerwehrzulage und zur Übernahmegarantie von Auszubildenden einschließlich Lohnerhöhungen. „Wird hier Anfang März kein tragfähiges Angebot vorgelegt, werden wir nachlegen,“ warnte der ver.di-Chef.

Deutschland sei eine „Steueroase“ bei der Besteuerung großer Vermögen und Erbschaften sowie ein Niedrigsteuerland für Unternehmens- und Kapitalgewinne geworden, sagte Bsirske. Seit dem Jahr 1998 seien so den Landeshaushalten rund 50 Milliarden Euro pro Jahr entgangen.

Wer nun die Schuldenbremse beschwöre, um Lohnerhöhungen zu verhindern, der sollte sich lieber der Einkommensseite zuwenden. Zudem erwarte er eine „ausgleichende Gerechtigkeit“, nachdem die Steuerzahler mit Milliardensummen große Vermögen vor Schäden bewahrt und Banken gerettet hätten, sagte Bsirske.

Mehr als 20.000 Beschäftigte zum Streik aufgerufen

An dem Warnstreik im Saarland beteiligen sich Beschäftigte der Landesministerien, der Autobahn- und Straßenmeistereien, der Universitätsklinik in Homburg und der Universität des Saarlandes. Zudem legten an den 360 Schulen viele angestellte Lehrkräfte die Arbeit nieder. Insgesamt waren für den ganzen Tag mehr als 20.000 Beschäftigte zum Ausstand aufgerufen.

Mit ihrem Arbeitskampf wollen die Beschäftigten die Arbeitgeberseite dazu bringen, endlich ein Angebot zu machen. In der vergangenen Woche waren die Tarifverhandlungen ergebnislos auf Anfang März vertagt worden. Die Gewerkschaften fordern für die bundesweit rund 800.000 im öffentlichen Dienst der Länder ein Lohnplus von 6,5 Prozent. Auszubildende sollen eine Übernahmegarantie und 100 Euro pro Monat mehr bekommen.

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