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Tag der Arbeit unterbricht Warnstreiks

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01.05.2012

Metallindustrie Tag der Arbeit unterbricht Warnstreiks

Aber IG Metall verschärft Arbeitskampf ab Mittwoch – Kritik von Arbeitgebern.

Frankfurt/Main – Vor der angekündigten Verschärfung des Arbeitskampfs in der Metall- und Elektroindustrie hat die IG Metall ihre Warnstreiks am Tag der Arbeit heruntergefahren. Von Mittwoch an ruft die Gewerkschaft aber zu einer massiven Welle von Ausständen im festgefahrenen Tarifkonflikt auf. „Dann geht es wuchtiger los“, sagte ein IG-Metall-Sprecher in Frankfurt am Main. Geplant sind Warnstreiks in Baden-Württemberg, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und weiteren Bundesländern.

Nach dem Ende der Friedenspflicht im Tarifkonflikt von Deutschlands wichtigster Industriebranche hatte die IG Metall in der Nacht zum Sonntag mit vereinzelten Warnstreiks begonnen. Daran beteiligten sich mehr als 2.500 Beschäftigte aus Bayern, Berlin, Rheinland-Pfalz und mehreren norddeutschen Ländern. Am Montag traf es dann Betriebe unter anderem in Baden-Württemberg, Mittelhessen und Thüringen, wo insgesamt einige Tausend Mitarbeiter die Arbeit niederlegten.

Neue Verhandlungen in der zweiten Mai-Woche

Nach drei erfolglosen Verhandlungsrunden hatte IG-Metall-Chef Berthold Huber den Arbeitgebern mit der „Warnstreik-Keule“ gedroht und für den Mai einen harten Arbeitskampf angekündigt.

Die IG Metall verlangt für die bundesweit rund 3,6 Millionen Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie 6,5 Prozent mehr Lohn, die unbefristete Übernahme von Ausgebildeten sowie mehr Mitsprache bei Leiharbeit. Die Arbeitgeber haben bislang drei Prozent mehr Lohn über eine Laufzeit von 14 Monaten angeboten und die weiteren Forderungen der Gewerkschaft abgelehnt.

Die nächsten Verhandlungen stehen in der zweiten Mai-Woche an. Im wichtigen Tarifbezirk Baden-Württemberg soll am 8. Mai verhandelt werden. In dem Bezirk mit rund 800.000 Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie waren immer wieder Pilotabschlüsse für die gesamte Branche geglückt.

DGB-Chef Sommer fordert deutliches Lohnplus

Der Vertreter der Arbeitgeber, Gesamtmetall-Präsident Martin Kannegiesser, verurteilte die Warnstreiks. „Die IG Metall hat schon mit Warnstreiks gedroht, noch bevor sie ihre Forderung beschlossen hat“, sagte er der Zeitung „Die Welt“. Das zeige, wie wenig die Warnstreiks mit der Sache zu tun hätten. Kannegiesser bezeichnete die Streiks als unnötige Machtdemonstration der Gewerkschaft.

Der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) kritisierte die Warnstreiks ebenfalls. „Was die Gewerkschaft jetzt inszeniert, ist schlicht kontraproduktiv“, sagte VDMA-Hauptgeschäftsführer Hannes Hesse dem Düsseldorfer „Handelsblatt“. Nach dem bisherigen Verlauf der Tarifverhandlungen habe die IG Metall keinen Grund, jetzt derart „aufzustampfen“.

Der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), Michael Sommer, hält hingegen ein kräftiges Lohnplus für angemessen. „Es ist der richtige Moment für starke Lohnerhöhungen in der Metall- und Elektroindustrie und darüber hinaus“, sagte Sommer der „Passauer Neuen Presse“. Höhere Löhne stärkten die Binnenkonjunktur. „Die Arbeitgeber wissen, dass die IG Metall kampfbereit und kampferprobt ist“, sagte der DGB-Chef. Der Abschluss werde ein klares Signal für Lohnverhandlungen in anderen Branchen setzen.

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