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Raucher müssen sich auf höhere Preise einstellen

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03.10.2011

Tabaksteuer Raucher müssen sich auf höhere Preise einstellen

Steuererhöhung wird als Verbrauchssteuer an die Verbraucher weitergegeben.

Hamburg – Zigaretten werden zum Jahresanfang 2012 nach Ansicht der Hersteller erneut teurer. Anfang 2012 ist die nächste Tabaksteuererhöhung geplant. „Die Steuererhöhung im Januar 2012, davon gehe ich aus, wird als Verbrauchssteuer an die Verbraucher weitergegeben“, sagte Ad Schenk, Deutschlandchef von British American Tobacco (BAT), der Tageszeitung „Die Welt“. Die Anhebung der Steuer wird Zigaretten zwischen zehn und 20 Cent verteuern – je nachdem, ob es Markenzigaretten oder Feinschnittangebote sind.

„Fakt ist, dass wir jede Steuererhöhung zum Anlass nehmen, unsere Preisstrategien zu überdenken“, sagte Werner Barth, Deutschlandchef von Philip Morris, der „Welt“. Philip Morris werde sich das „sensible Wettbewerbsumfeld“ anschauen. Aber die Richtung ist auch beim Marktführer klar: „Es ist unsere erklärte Strategie, in leicht rückläufigen Märkten wie in Deutschland unsere Margen über die Preisgestaltung zu verbessern. Dabei wird es auch bleiben“, sagte Barth.

Auch beim dritten großen Tabakkonzern in Deutschland, Reemtsma, macht man sich Gedanken über den Jahreswechsel. „Wir beobachten den Markt derzeit genau, auch vor dem Hintergrund, dass im Januar schon wieder die Steuer erhöht wird. Aber im Moment gibt es keinen Grund zu größerer Sorge“, sagte Marcus Schmidt, Deutschlandchef von Reemtsma, der „Welt“.

Die jüngste Preiserhöhung vom Mai 2011 hat nicht zu einem Verkaufseinbruch geführt. Die Tabakkonzerne hatten die Packung um 20 Cent verteuert, wobei nur etwa die Hälfte davon auf die Steuererhöhung zurückzuführen ist. Der Bund will dadurch in diesem Jahr rund 200 Millionen Euro mehr Tabaksteuer einnehmen. „Der Konsum ist zurzeit recht stabil in Deutschland. Er geht aber weiter auf Kosten der Zigarette und zum Vorteil von Feinschnitt“, sagte BAT-Deutschlandchef Ad Schenk.

Dies sei besonders am Erfolg der billigen Volumentabak-Produkte abzulesen. Diese so genannten Feinschnitt-Tabake werden nur mit rund einem Drittel der Steuern belegt, die der Bund für Fabrikzigaretten verlangt. Philip Morris wehrt sich gegen die geringe Besteuerung und spricht von einem staatlich subventionierten Produkt – was den Konzern aber nicht daran hindert, selbst erfolgreich die Feinschnittprodukte anzubieten.

Der Tabakkonzern beklagt zudem, dass der Bund zu wenig gegen den Zigarettenschmuggel unternimmt. Mehr noch als Preise und Schmuggel treiben die Pläne der EU zu neuen Raucher-Gesetzen die Zigarettenbranche um. Zuletzt haben 85.000 Europäer an einer Internetbefragung der EU-Kommission über weitere Verbote teilgenommen. Das überraschende Ergebnis: Mehr als 90 Prozent der Einsendungen lehnen Verschärfungen der Gesetze ab. Dies betrifft vor allem die geplante Einheitspackung sowie das Werbeverbot im Ladengeschäft. Die einheitlich weiße oder olivgrüne Zigarettenpackung mit großen Warnbildern und kleinem Markennamen wollen nur fünf Prozent der Umfrageteilnehmer so im Laden haben.

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