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Zahl der Flüchtlinge erreicht Millionenmarke

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06.03.2013

Syrien Zahl der Flüchtlinge erreicht Millionenmarke

UN-Hilfsorganisation schlägt Alarm.

Genf – Der Bürgerkrieg in Syrien hat inzwischen eine Million Menschen in die Flucht getrieben. Das teilte das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) am Mittwoch in Genf mit und warnte vor einer drohenden Katastrophe. Der seit Jahresanfang drastisch angeschwollene Flüchtlingsstrom belaste die Nachbarländer und die internationalen Hilfskapazitäten, sagte Flüchtlingskommissar António Guterres. „Diese Tragödie muss gestoppt werden“, mahnte er.

„Bei einer Million Menschen auf der Flucht, weiteren Millionen Binnenflüchtlingen und tausenden Menschen, die weiter täglich über die Grenze gehen, schlittert Syrien in eine ausgewachsene Katastrophe“, warnte Guterres. „Wir tun unser Möglichstes zu helfen, doch die internationale Kapazität zu humanitärer Hilfe ist gefährlich überdehnt.“

Die UN-Organisation stützt sich auf Daten ihrer Büros in der Region. Demnach ist die Zahl der Flüchtlinge seit dem 1. Januar um über 400.000 angewachsen. Die Hälfte davon sind Kinder, die Mehrzahl unter elf Jahre alt. Die meisten suchten Zuflucht im Libanon, in Jordanien, der Türkei, dem Irak und Ägypten, zunehmend auch in Nordafrika und Europa. „Die Zahl bedeutet, dass eine Million Menschen von der Großzügigkeit der Gastländer, von der Hilfe humanitärer Organisationen und der finanziellen Unterstützung von Staaten und Einzelpersonen abhängig sind“, erklärte Guterres und wies auf die erheblichen Auswirkungen auf die Nachbarländer hin.

Hilfe für Gastländer und Hilfsorganisationen gefordert

Im Libanon beispielsweise hat der Flüchtlingsstrom den Angaben zufolge die Bevölkerung um zehn Prozent anschwellen lassen. In Jordanien stoßen Energie- und Wasserversorgung, Gesundheits- und Bildungswesen an ihre Grenzen. Die Türkei hat für über 460 Millionen Euro 17 Flüchtlingslager errichtet, weitere werden derzeit gebaut. Der Irak, der selbst mit einer Million Binnenflüchtlinge fertig werden muss, hat im vergangenen Jahr mehr als 100.000 Syrer aufgenommen. „Diese Länder sollten nicht nur gewürdigt werden für ihre großzügige Bereitschaft, ihre Grenzen für syrische Flüchtlinge offen zu halten, sie sollten auch massiv unterstützt werden“, forderte Guterres.

Noch im Dezember waren die UN-Helfer davon ausgegangen, dass bis Ende Juni diesen Jahres 1,1 Millionen Syrier in den Nachbarländern Zuflucht suchen würden. Angesichts der aktuellen Zahlen, die ein weit schnelleres Anschwellen des Flüchtlingsstroms belegen, wird die Hilfsplanung derzeit überarbeitet. Finanziert ist sie nur zu 25 Prozent. Ohne eine politische Lösung des jetzt seit fast zwei Jahren währenden Konflikts benötigten die Hilfsorganisationen wenigstens die Mittel, um Leben zu retten und Leid zu lindern, forderte Guterres.

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