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Regierungstruppen gehen weiter gegen Rebellen vor

© AP, dapd

28.03.2012

Syrien Regierungstruppen gehen weiter gegen Rebellen vor

Berichte über mehr als 40 Tote – Kämpfe trotz Zustimmung zu Friedensplan.

Beirut – Nach tagelangen Kämpfen haben syrische Regierungstruppen nach Angaben von Aktivisten die Stadt Sarakeb im Norden des Landes erobert. Dabei seien mehr als 40 Menschen getötet worden, hieß es. Die Soldaten hätten am Sonntag einen massiven Angriff gestartet und eine Spur der Verwüstung hinterlassen, teilten die Örtlichen Koordinationskomitees am Mittwoch mit. Es gebe zahlreiche unidentifizierte Leichen und verletzte Menschen in den Straßen der Stadt.

Wie die Koordinationskomitees und Aktivisten des Syrischen Observatoriums für Menschenrechte berichteten, wurden in Sarakeb Hunderte Wohnungen und Läden geplündert und in Brand gesteckt. Ein Aktivist in der nördlichen Provinz Idlib sagte, die Regierungstruppen hätten nun die vollständige Kontrolle über die Stadt. Rebellen der Freien Syrischen Armee hätten am ersten Tag noch Widerstand geleistet, sich dann aber zurückgezogen, um noch größere Verwüstungen zu verhindern, sagte der Aktivist Fadi al Jassin.

Auch einen Tag nach der Zustimmung des syrischen Präsidenten Baschar Assad zum Friedensplan des UN-Sonderbeauftragten Kofi Annan fand die Gewalt kein Ende. In den Provinzen Homs und Deir el Sur sei es zu Kämpfen zwischen Rebellen und Regierungstruppen gekommen, teilte das Observatorium mit. Die syrische Opposition sehen in Assads Einlenken nur ein taktisches Manöver, um Zeit für weitere Militärschläge gegen Rebellenhochburgen zu gewinnen.

Die anhaltenden Kämpfe in Syrien sind auch eines der beherrschenden Themen auf dem Gipfel der Arabischen Liga in Bagdad. Trotz enormer Differenzen über das weitere Vorgehen will die Liga ihrer Forderung nach einem Ende der Gewalt gemeinsam Nachdruck verleihen. Die Außenminister der Liga bereiteten am Mittwoch entsprechende Vorschläge für ihre Staats- und Regierungschefs vor, die am Donnerstag in der irakischen Hauptstadt zusammenkommen. In dem Entwurf wird die syrische Regierung aufgefordert, die Gewalt zu beenden und eine Waffenruhe umzusetzen.

Außerdem wird Damaskus aufgerufen, Hilfe ins Land zu lassen, die während der Proteste festgenommenen Menschen freizulassen und friedliche Kundgebungen zu erlauben. Frühere Vorschläge der Arabischen Liga, den Konflikt zu beenden, müssten umgesetzt werden, heißt es im Entwurf für den Gipfel, der der Nachrichtenagentur AP am Mittwoch vorlag.

Auch die Bundesregierung forderte Syrien auf, uneingeschränkt mit dem UN-Sonderbeauftragten zu kooperieren und dessen Sechs-Punkte-Plan endlich umzusetzen. „Dieser Sechs-Punkte-Plan ist die Grundlage für einen Waffenstillstand, für humanitäre Hilfe und es ist dringlich und notwendig, ihn umzusetzen“, sagte Bundesaußenminister Guido Westerwelle am Mittwoch. „Für uns zählen Taten, nicht Worte“, fügte er hinzu. „Wir sind nach so vielen Toten in einer Situation, dass nur eine Einstellung der Gewalt hilft.“

Die Sechs-Punkte-Initiative sieht neben einer sofortigen Waffenruhe und umfassenden Gesprächen über eine politische Lösung des Konflikts auch ungehinderten Zugang für Hilfsorganisationen sowie Demonstrations-, Versammlungs- und Pressefreiheit vor. Bei dem seit über einem Jahr anhaltenden Konflikt in Syrien sind nach Schätzungen der UN bereits über 9.000 Menschen ums Leben gekommen.

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