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23.01.2010

SWR will “Bürgerliche Mitte” gewinnen

Stuttgart – Der SWR will sein Drittes Programm mehr an der „Bürgerlichen Mitte“ ausrichten und seinen Marktanteil in diesem „Milieu“ um jährlich zehn Prozent steigern. Um das zu erreichen, sollen sich Nachrichten künftig „stärker an Gesprächs- und Nutzwert orientieren“, heißt es laut dem Nachrichtenmagazin „Spiegel“ in einem als „streng vertraulich“ eingestuften Papier der Geschäftsleitung. Die neue Hauptzielgruppe möge demnach „keinen Information-Overload“, sie werde „durch zu hohe Komplexität“ abgeschreckt und bevorzuge stattdessen „Infotainment und unterhaltsame Formen“.

Im Vorabendprogramm sollen künftig „nur wenige, telegene Experten anstelle von Fachidioten“ eingesetzt werden, heißt es in dem SWR-Papier. SWR-Intendant Peter Boudgoust, zugleich ARD-Vorsitzender, sagte dem „Spiegel“, man sei oft zu bieder in der Bildsprache. „Der übliche Intro-Schwenk über den Plenarsaal ist auch nicht der Weisheit letzter Schluss.“ Auch müssten manche Redakteure lernen, „Fernsehen auch für Nichtredakteure zu machen“. Medienforscher hatten den SWR-Leuten erklärt, dass die „Bürgerliche Mitte“ nicht mehr nur politikverdrossen sei, sondern politikverachtend. Es sei eine „Herausforderung“, räumt SWR-Chefredakteur Fritz Frey ein, „für diese Gruppe Angebote zu entwickeln.“

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